Neuer Bundestag So rechts ist die AfD-Fraktion

Die AfD stellt künftig eine große Fraktion im Bundestag - auch wenn Parteichefin Petry nicht dazugehören will. Wer sind die neuen Abgeordneten der Rechtspopulisten?
Alexander Gauland, Alice Weidel

Alexander Gauland, Alice Weidel

Foto: Michael Sohn/ AP

Diesen Erfolg hatte selbst die AfD-Führung nicht erwartet. Mit 12,6 Prozent und 94 Abgeordneten zieht die Partei erstmals seit ihrer Gründung 2013 in den Bundestag ein. Doch bereits am Tag nach der Wahlnacht schrumpfte die künftige Fraktion: Parteichefin Frauke Petry verkündete am Montag, sie wolle ihr nicht angehören.

Petry verlässt die Bundespressekonferenz - links Personenschützer, rechts ihr Büroleiter Lang

Petry verlässt die Bundespressekonferenz - links Personenschützer, rechts ihr Büroleiter Lang

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Überraschend war das für die AfD-Führung um Parteivize Alexander Gauland und Co. nicht. Nur der Zeitpunkt und die Art und Weise ihres Abgangs - auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gauland, Alice Weidel und Ko-Parteichef Jörg Meuthen - kam unerwartet.

Schon seit geraumer Zeit gab es im Anti-Petry-Lager die Vermutung, die sächsische Landes- und Fraktionschefin wolle sich mit Getreuen abspalten und eine eigene Gruppe im Parlament um sich scharen. So weit ist es - noch - nicht. Aber es bleibt abzuwarten, wer am Ende von den nunmehr 93 Abgeordneten der AfD-Fraktion noch angehören wird.

Der Plan sah bislang vor, dass sich die Fraktion noch diese Woche konstituiert. Weidel und Gauland haben sich den Abgeordneten als Doppelspitze angeboten. In der künftigen Fraktion wird ein starker Rechtsaußen-Block vertreten sein - darunter Vertraute des Thüringer Hardliners Björn Höcke, der selbst nicht für den Bundestag kandidierte. Auffallend ist die geringe Zahl der Frauen. Ohne Petry sind es noch zehn Parlamentarierinnen.

Es zeigt sich auch, dass die Partei für die "kleinen Leute", wie sie AfD-Vize Gauland gerne nennt, in der Fraktion eine Ansammlung mehrheitlich von Akademikern ist. Viele AfD-Abgeordnete haben studiert, auffallend oft finden sich darunter Juristen, Anwälte, Professoren, IT-Spezialisten, Wirtschaftswissenschaftler und Angehörige anderer akademische Berufsgruppen.

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Rechtspopulisten im Bundestag: Die neuen Abgeordneten der AfD

Foto: Michael Kappeler/ dpa