Wahl in Niedersachsen Teile des AfD-Vorstands fordern Absetzung von Landeschef Hampel

Der Streit schwelt seit Monaten - nun wenden sich Teile des AfD-Vorstands in Niedersachsen gegen Landesparteichef Armin Paul Hampel. In einer Mail fordern sie seine Absetzung.
AfD-Landesvorsitzender Hampel

AfD-Landesvorsitzender Hampel

Foto: Mohssen Assanimoghaddam/ dpa

Die AfD hat den Einzug in den Landtag von Hannover knapp geschafft - doch von Erleichterung ist der zerstrittene Landesverband Niedersachsen weit entfernt. Im Gegenteil: Mehrere Vorstandsmitglieder fordern nun einen personellen Neuanfang. Die Initiative richtet sich gegen den derzeitigen Landesparteichef Armin Paul Hampel.

"Ein Vorsitzender sollte nach unserer Auffassung transparent arbeiten, fair mit Kritikern umgehen, organisieren, strukturieren und führen können", heißt es in einer E-Mail mehrerer Vorstandsmitglieder, die kurz vor Schließung der Wahllokale am Sonntag an die Kreisverbände geschickt wurde. Die Echtheit der E-Mail wurde dem SPIEGEL aus der Bundespartei bestätigt.

Hampel selbst rief am Abend zur Geschlossenheit auf: "Wir müssen uns jetzt endlich wieder an Inhalten messen lassen, nicht an Intrigen und Personalfragen."

In dem Landesverband stehen sich seit Monaten die Anhänger von Landeschef Hampel und die der AfD-Spitzenkandidatin Dana Guth gegenüber. Das persönliche Verhältnis zwischen dem früheren ARD-Auslandskorrespondenten und der Versicherungs- und Immobilienmaklerin gilt als völlig zerrüttet. Beide Lager werfen sich vor, die Partei zu schädigen.

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Verfahren gegen Hampel eingestellt

Spätestens seit Juli 2017 sei erkennbar geworden, dass ohne eine personelle Erneuerung eine zielgerichtete Arbeit des Landesvorstands nicht mehr möglich sei, hieß es in dem Schreiben weiter. Nun hoffe man auf Unterstützung bei einem Neuanfang.

Erst am Freitag hatte die Staatsanwaltschaft Lüneburg ihre Betrugsermittlungen gegen Hampel eingestellt. Die Staatsanwaltschaft war dem Vorwurf nachgegangen, Hampel habe einen Wahlwerbespot gegenüber seiner Partei doppelt abgerechnet. Deshalb hatten die Ermittler sowohl das Haus des ehemaligen TV-Journalisten als auch die Landesgeschäftsstelle der AfD Niedersachsen durchsucht.

Die Maßnahmen beruhten auf einer Strafanzeige aus dem April. Hampel hatte die Vorwürfe als politisch motiviert zurückgewiesen.

jok/sev/dpa
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