Sachsen AfD setzt auf Bündnis mit Pegida

Sachsens AfD fordert von der Bundespartei freie Hand für ein Bündnis mit der Pegida. Zwei Kandidaten für die Nachfolge von Landeschefin Frauke Petry streben einen Pakt mit der islamfeindlichen Gruppe an.
Logo der AfD

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Foto: Oliver Killig/ dpa

Noch unter der damaligen Vorsitzenden Frauke Petry hatte die AfD 2016 einen Abgrenzungsbeschluss zur Pegida gefasst. Das soll sich jetzt zumindest in Sachsen ändern. Der dortige Landesverband drängt auf die Erlaubnis für ein Bündnis mit den Dresdner Islamfeinden.

Entsprechend äußerten sich der amtierende Vorsitzende Siegbert Droese und der Chef der Landtagsfraktion, Jörg Urban. Beide kandidieren am kommenden Wochenende für die Nachfolge von Petry, die nach ihrem Rücktritt als Landesvorsitzende im September vergangenen Jahres aus der AfD ausgetreten war. Als dritter Kandidat will sich der frühere sächsische DSU-Chef Norbert Koch dem Votum des Mitgliederparteitags in Hoyerswerda stellen.

Im Großraum Dresden gebe es bereits "ein Bündnis mit Pegida im weitesten Sinne", sagte Droese der Nachrichtenagentur dpa. "Und wir haben stark davon profitiert." Wenn es nicht gelinge, "Pegida an unserer Seite zu halten, dann werden es vielleicht fünf oder sechs Prozent weniger an Zustimmung für (die Landtagswahl) 2019".

"Die Bundespartei hat nach meinem Eindruck allmählich verstanden, dass wir Sachsen freie Hand brauchen", sagte Droese. "Für Sachsen gesprochen: Pegida ist für uns sehr wichtig."

Im Gegensatz zu den Altparteien verfüge die AfD über keine Organisationen im vorpolitischen Raum. "Es gibt zwar erste zarte Pflänzlein wie einen eigenen Unternehmerverband, aber so etwas wie die Gewerkschaften für die SPD oder die Kirchen für die CDU fehlt uns", sagte Droese. Eine solche Rolle könne Pegida spielen.

"Ich kann mir das sehr gut vorstellen", sagte auch Urban. Pegida sei eine "Bürgerbewegung". "Das Wichtigste ist, dass dort Menschen zusammenkommen und regelmäßig deutlich machen, dass sie mit der Situation unzufrieden sind."

als/dpa
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