Social-Media-Strategie der Rechtspopulisten AfD hängt andere Parteien auf Facebook ab

Tausende Beiträge pro Woche, 85 Prozent der Shares: Eine Studie zeigt, wie aktiv die AfD auf Facebook ist. Die anderen Parteien fallen im Vergleich massiv zurück.

Smartphone am linken Bildrand mit rechten Inhalten: Die AfD bespielt die sozialen Medien sehr erfolgreich.
Janine Schmitz/ photothek/ imago images

Smartphone am linken Bildrand mit rechten Inhalten: Die AfD bespielt die sozialen Medien sehr erfolgreich.


Rund 85 Prozent aller weiterverbreiteten Beiträge deutscher Parteien im sozialen Netzwerk Facebook stammen von der AfD. Das ergibt eine Untersuchung des amerikanischen Medienwissenschaftlers Trevor Davis von der George-Washington-Universität, die der SPIEGEL ausgewertet hat.

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Danach teilen sich Union, SPD, Grüne, FDP und Linke die verbleibenden 15 Prozent der Facebook-"Shares". Davon gehen jeweils nur rund 2 bis 3 Prozent an die Volksparteien SPD und CDU/CSU.

Davis' Daten geben erstmals eine Übersicht, wie viele Facebook-Accounts die politischen Parteien in Deutschland betreiben. Auch hier liegt die AfD mit rund 1500 Seiten vorn, gefolgt von der SPD mit rund 1400 und der Union mit gut 1000 Seiten.

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Nach Davis' Analyse setzte die AfD in jüngerer Zeit über ihre Accounts durchschnittlich mehr als 4000 Foto-Posts in der Woche ab, während andere Oppositionsparteien wie die Linke oder die FDP meist nur mehrere Hundert dieser Posts in der Woche schaffen. "Das hat das Niveau einer US-Präsidentschaftskampagne im Endspurt", sagte Davis dem SPIEGEL.

rol/jdl



insgesamt 294 Beiträge
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Seite 1
claus7447 26.04.2019
1. Na ja
Wenn man seine Likies kauft mit "Partei-Spenden" a la Weidel - kein Problem. Sollten sich die anderen Parteien auch mal überlegen - aber komplett unnötig.
descartes 26.04.2019
2.
Ist die heutige Gesellschaft tatsächlich so oberflächlich und bildungsfern, dass allein die Quantität schon ausreicht um Erfolg zu haben (wenn man 12% als Erfolg werten will)? Ich denke nicht, dass das im Umkehrschluss bedeuten muss, dass auch die restlichen Parteien in St. Petersburg Personal rekrutieren sollten, um ähnliche Massen an Beiträgen zu posten, sondern dass es viel mehr an der Zeit ist, wieder durch Inhalte zu überzeugen, da hat die AfD nämlich eindeutig ihre Defizite und das kann auch mit noch so vielen postings nicht überdeckt werden.
friedrich_eckard 26.04.2019
3.
Wann tragen die rechten Sümpflinge, die da ganztägig die sozialen Medien verpesten eigentlich einmal Leistung...? Ich pflege um Facebook einen grossen Bogen zu machen, aber für diesen Bericht bin ich doch dankbar. Auch wenn man sich die Kommentarbereiche mancher Online-Medien anschaut kann man ja den Eindruck bekommen, dass die Machterrrrgrrreifung durch die Krrräfte derrr nationalen Errrneuerrrung unmttelbar bevorstehe, die handelnden Personen scheinen sich das z.T auch selber einzubilden, und da ist gut, wenn man weiss, dass da offenbar nur gutorganisierte krawallende Rollkommandos am Werke sind. Sich mit denen da auf ein "Wettposten" einzulasssen würde ich den anderen Parteien übrigens nicht raten. Extra Facebook etiam est vita...
mueller1 26.04.2019
4. Da kann etwas nicht stimmen
Alte, weiße, abgehängte, ostdeutsche Männer vom Land sind netzaffiner als fortschrittliche, städtische, weltgewandte Millenials mit schnellen Glasfaseranschlüssen und ganz viel Zukunft? Sind die alle schon bei Instagram?
stumpen89 26.04.2019
5. 4000 mal null bleibt null
Die Beiträge der AfD bestehen aus Nichtinhalten, Lügen, Propaganda und Hetze. Keine Lösungsvorschläge, keine Zukunftsvisionen, keine Ideen, keine konstruktive Politik. Damit erreicht die AfD zwar die eigenen Anhänger, je nach Landesteil zwischen 5 und 20 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die demokratische Mehrheit lässt solche billige Polemik jedoch rechts liegen. Die sozialen Netzwerke werden überschätzt. Gezielte Falschinformation, wie sie die AfD betreibt, hat weniger Einfluss auf die Meinungsbildung als man denkt. Dazu kommt, dass Propaganda nur funktioniert, wenn sowohl Lügner als auch Belogener mitspielen. Wer die AfD-Inhalte ungeprüft glaubt, hat das Leitmotiv der Aufklärung nicht verstanden: bediene dich deines eigenen Verstandes. Und höre auf, jeden Mist zu glauben, der auf einem AfD-Sharepic steht.
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