AfD Meuthen gegen Kandidatur Weidels für Partei-Doppelspitze

In der AfD gibt es offenbar einen neuen Machtkampf. Jörg Meuthen lehnt einem Zeitungsbericht zufolge eine Kandidatur von Alice Weidel für eine Doppelspitze in der Parteiführung ab.
Jörg Meuthen, Alice Weidel (Archiv)

Jörg Meuthen, Alice Weidel (Archiv)

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat sich gegen eine Kandidatur der Bundestagsfraktionschefs seiner Partei auch für eine Doppelspitze in der Parteiführung ausgesprochen. Die Fraktion wird von den Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl geleitet, Alice Weidel und Alexander Gauland.

"Die Arbeit im Bundestag ist immens aufwendig. Wir haben viele gute Leute. Ich fände es grundsätzlich richtig, die vielen Aufgaben auf die vielen guten Leute zu verteilen", sagte Meuthen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Für eine Trennung von Amt und Mandat "spräche Einiges", er wolle sie aber nicht in der Satzung festschreiben.

Meuthen ist nach dem Rückzug von Frauke Petry zurzeit alleiniger Parteivorsitzender und Chef der Landtagsfraktion in Stuttgart. Nun wird es darum gehen, welche Strömung in der AfD mehr Einfluss erlangen wird: die wirtschaftsliberal-wertkonservative um Weidel oder die völkisch-soziale um den Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke. Der 76-jährige Gauland strebt schon aus Altersgründen nicht an die Parteispitze.

Neue Parteispitze soll Anfang Dezember gewählt werden

Meuthen sieht das laufende Parteiausschlussverfahren gegen Höcke nicht als Hindernis für dessen Kandidatur: "Jedes Parteimitglied kann für den Bundesvorstand kandidieren", sagte er. "Ich glaube an unser Projekt, dazu gehören auch unterschiedliche Positionen innerhalb der Partei."

Der Vorstand ist nur noch bis Ende 2017 gewählt. Eine neue Parteispitze soll Anfang Dezember auf einem Delegiertenparteitag in Hannover bestimmt werden, Meuthen wird wieder kandidieren. Ob dieser Parteitag so stattfinden wird, entscheidet der Konvent am kommenden Wochenende. Mitglieder hatten bei einer nicht bindenden Abstimmung für einen offenen Parteitag plädiert. Dieser könnte aus organisatorischen Gründen erst nächstes Jahr stattfinden.

Petrys Pläne, mit einer neuen Partei der AfD Konkurrenz zu machen, sieht Meuthen gelassen: "Selbst wenn einige wenige Abgeordnete folgen und Frau Petry eine Gruppe im Bundestag bilden kann, sind die Kräfteverhältnisse klar. Ich kann die Hand dafür ins Feuer legen, dass sie keine Fraktion zusammen bekommt."

wit/dpa
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