Europawahl AfD-Chef Meuthen kündigt "grandiose Fraktion" mit der FPÖ an

Trotz der Ibiza-Affäre hat AfD-Spitzenkandidat Jörg Meuthen große Pläne mit der österreichischen Schwesterpartei FPÖ. Derweil wird Meuthen selbst von einer Spendenaffäre belastet.

AfD-Chef Jörg Meuthen: "Achtung und Respekt" vor Strache
Heiko Rebsch/ DPA

AfD-Chef Jörg Meuthen: "Achtung und Respekt" vor Strache

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Ungeachtet des Skandals um den zurückgetretenen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache will die AfD nach der Europawahl an ihrem geplanten Fraktionsbündnis mit der FPÖ festhalten. Das bekräftigte AfD-Chef Jörg Meuthen am Mittwochabend bei einem Wahlkampfauftritt im thüringischen Gera.

"Die FPÖ ist unsere Schwesterpartei in Österreich. Sie ist es und sie wird es bleiben, ungeachtet dieser Geschichte", erklärte Meuthen in Anspielung auf die Ibiza-Affäre.

Dass Strache ohne Zögern zurückgetreten sei und "klar Schiff" gemacht habe, verdiene "Achtung und Respekt", so Meuthen.

Stimmenfang #100 - Ibiza-Affäre: Welche Folgen hat die Enthüllung für Deutschland?

Unter Verweis auf die programmatischen Gemeinsamkeiten der beiden Parteien sieht Meuthen auch keinen Anlass, auf Distanz zur FPÖ zu gehen. "Warum in alles in der Welt sollten wir uns jetzt von der FPÖ distanzieren? Ich verweigere mich dieser Distanzierung kategorisch", so der AfD-Spitzenkandidat für die Europawahl. Die zerbrochene Regierung aus ÖVP und FPÖ sei die "anerkannteste Regierung" gewesen, die Österreich seit Jahrzehnten gehabt habe.

Meuthen: "Grandioses Ergebnis" bei der Europawahl

In Hinblick auf die Europawahl am Sonntag kündigte Meuthen "ein grandioses Ergebnis" für die AfD an. Danach werde man "eine grandiose Fraktion im Europaparlament gründen, und der wird die FPÖ angehören, und zwar mit Gewissheit."

Strache war am Samstag von seinen Ämtern als Vizekanzler Österreichs und Chef der FPÖ zurückgetreten, nachdem ein heimlich auf Ibiza aufgenommenes Video publik geworden war, in dem der Politiker einer angeblichen Investorin Staatsaufträge in Aussicht stellt - als Gegenleistung für verschleierte Wahlkampfhilfen für seine Partei.

Die Enthüllungen von SPIEGEL und "Süddeutscher Zeitung" entfachten in Österreich eine Debatte um die Finanzierungspraktiken der FPÖ.

Auch die AfD wird seit Monaten von diversen Affären um verdeckte Wahlkampfunterstützungen belastet. Eine dieser Affären betrifft AfD-Spitzenkandidat Meuthen direkt: In seinem Fall geht es um die fragwürdige Finanzierung einer rund 90.000 Euro teuren Werbekampagne, die er sich 2016 im baden-württembergischen Landtagswahlkampf von einer Schweizer PR-Firma hatte spendieren lassen.

Als die Bundestagsverwaltung vergangenes Jahr im Rahmen eines Prüfverfahrens die Namen der Finanziers der Kampagne anforderte, reichte die AfD eine offenbar gefälschte Spenderliste ein. Zumindest bei einem Teil der darin genannten Kampagnenfinanziers handelt es sich nach Recherchen des SPIEGEL und des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" um teils bezahlte Strohleute.

Wer hinter dem Täuschungsmanöver steckt und wer Meuthens Kampagne damals tatsächlich finanzierte, ist bis heute unklar. Meuthen selbst beteuert, nie etwas Unrechtes getan zu haben. Zur Frage, ob es sich bei dem Kampagnenfinanzier um den umstrittenen Immobilienmilliardär und Miethai Henning Conle handelt, verweigert der AfD-Chef bislang jede Antwort. Milliardär Conle ließ eine entsprechende Anfrage von SPIEGEL und "Report Mainz" unbeantwortet.



insgesamt 247 Beiträge
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brotfresser 23.05.2019
1. Passt doch, Koalition zweier zwielichter Gestalten,
die gern betrügen und lügen.
Karl.Heiz 23.05.2019
2.
Gleich und gleich gesellt sich gern...
brical 23.05.2019
3. AfD und FPÖ,
da sind die Heuchler, Lügner und Hetzer unter sich. Und dann entblödet Meuthen sich auch noch, Strache " Achtung und Respekt" zu zollen. So werden, in üblicher AfD-Manier, die Schuldigen zu Helden gemacht.
maipiu 23.05.2019
4. Er bleibt sich treu
Warum sollte sich Meuthen von der FPÖ distanzieren, wo er es doch selber mit der Wahrheit nicht so genau nimmt? Sonst wäre die Spendenaffaire schon längst aufgeklärt. Aber lügen und die freie Presse als Lügenpresse zu diffamieren, ist doch der normale Politikstil von AfD und deren Anhängern. Ist leicht zu durchschauen, denn gerade die freie Presse enthüllt gerne mal eine solche Machenschaft wie die Spendenaffaire.
demokrat2 23.05.2019
5. AfD-Meuthen hält frech dagegen ....
..... und fährt jedem rücksichtslos über den Mund, weil er keinen Respekt vor seinen Gesprächspartnern hat. Nach seinen schönen Worten über die Leistung der FPÖ und die "Gemeinsamkeiten"(welche er wohl meint?) will er zur Tagesordnung übergehen. Das sollten wir ihm nicht durchgehen lassen. Erst muss er seinen "Parteispendenskandal" aufklären. Solange er das nicht tut, können wir ihm nicht glauben.
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