SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

06. November 2017, 18:47 Uhr

AfD-Kandidat für Bundestagsvize-Posten

Union lässt Albrecht Glaser abblitzen

Albrecht Glaser, der im ersten Anlauf gescheiterte AfD-Kandidat für den Posten des Bundestags-Vizepräsidenten, darf sich CDU und CSU nicht vorstellen.

Der bei der Wahl zum Bundestags-Vizepräsidenten im ersten Anlauf gescheiterte AfD-Kandidat Albrecht Glaser wird weder bei den Abgeordneten von CDU und CSU, noch bei denen der Grünen einen Vorstellungstermin erhalten.

Fraktionschef Volker Kauder (CDU) teilte am Montag in der Sitzung der Unions-Abgeordneten nach Teilnehmerangaben mit, er habe ein entsprechendes Ansinnen der AfD schriftlich abgelehnt. Zuvor habe er sich mit CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt verständigt. Die Entscheidung sei mit großem Beifall quittiert worden. Auch die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter lehnten in einem Brief an die AfD eine Vorstellung Glasers vor ihrer Fraktion ab.

Glaser hatte am 24. Oktober in der konstituierenden Sitzung des Bundestages als einziger Vizepräsidenten-Kandidat nicht die nötige Mehrheit bekommen. Die AfD-Fraktion will aber an Glaser festhalten und ihn erneut zur Wahl stellen. Abgeordnete der anderen Parteien hatten dem 75-Jährigen vorgeworfen, er habe in einer Rede vor Anhängern im April die Religionsfreiheit der in Deutschland lebenden Muslime in Abrede gestellt. Glaser weist diesen Vorwurf zurück.

Kauder habe darauf hingewiesen, dass es auch in der Vergangenheit für keinen Bewerber einer anderen Partei eine Präsentationsrunde in der Fraktion gegeben habe, hieß es. An dieser Praxis halte man fest. Zudem sei es widersprüchlich, wenn die AfD den von der CDU nominierten Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble geschlossen abgelehnt habe, sie aber den Anspruch habe, dass ihr eigener Kandidat von der Union mitgewählt werden solle.

dop/dpa

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung