AfD-Treffen in der Krise Konvent findet nun doch statt

Erst wurde der Konvent, der kleine Parteitag der AfD, abgesagt - ein Hotel hatte zuvor den Vertrag gekündigt. Nun soll er doch am Samstag stattfinden - in Sachsen.
AfD-Logo auf einem Parteitag: Hin und Her beim Konvent

AfD-Logo auf einem Parteitag: Hin und Her beim Konvent

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ DPA

Was für ein Hin und Her: Der AfD-Konvent soll nun doch am Samstag stattfinden. Dies erfuhr der SPIEGEL aus Parteikreisen. Der kleine Parteitag, zu dem die 55 Mitglieder des Konvents geladen sind, soll in Lommatzsch bei Riesa in Sachsen abgehalten werden.

Erst am Donnerstag war der Konvent abgesagt worden, nachdem ein Hotel in Sachsen-Anhalt der AfD für die Zusammenkunft den Vertrag gekündigt hatte. Wie später von der Polizei bestätigt wurde, waren in der Nacht zuvor drei Scheiben des Hotels bei Halle eingeworfen worden, in der Nähe des Tatorts waren vier Personen - drei Männer und eine Frau - von der Polizei festgenommen worden. "Wir ermitteln in alle Richtungen wegen Sachbeschädigung, eine politische Motivation kann nicht ausgeschlossen werden", sagte eine Polizeisprecherin.

Wie der SPIEGEL weiter erfuhr, verständigten sich am Donnerstagabend AfD-Politiker darauf, den Konvent in einem anderen Bundesland abzuhalten.

Auf dem Konvent der AfD geht es neben der Verabschiedung des Haushaltsplans der Partei unter anderem auch über die Folgen der Krise, in die die Partei im Fall Andreas Kalbitz gestürzt ist.

Der mittlerweile parteilose AfD-Politiker und ehemalige Brandenburger Landes- und Fraktionschef hatte kürzlich seine Mitgliedschaft per Vorstandsbeschluss verloren, weil er unter anderem die Mitgliedschaft in der neonazistischen HDJ bei seinem Parteieintritt verheimlicht haben soll. Treibende Kraft hinter diesem Beschluss war der Co-Parteichef Jörg Meuthen, der seitdem in Teilen der Partei in der Kritik steht.

Mehrere Anträge auf dem Konvent beschäftigen sich mit Meuthen (lesen Sie hier die Details), unter anderem mit einem noch gegen ihn anhängigen Spendenverfahren vor Gericht. Auch geht es um seinen früheren, in einem Interview mit "Tichys Einblick" im April unterbreiteten Vorschlag, der national-völkische "Flügel" - dem auch Kalbitz angehört - solle eine eigene Partei gründen. Diese Idee hatte Meuthen allerdings später nicht mehr weiter verfolgt, nachdem der Bundesvorstand sich für die Einheit der Partei ausgesprochen hatte. Für seine frühere Überlegung will ihn eine Gruppe AfD-Delegierter aus Niedersachsen allerdings auf dem Konvent mit einem Antrag rügen lassen und fordert eine offizielle Distanzierung durch den kleinen Parteitag. 

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