Wahlverhalten AfD punktet bei Jung und Alt 

Wer stimmte bei der Europawahl für welche Partei? Schaut man sich die Ergebnisse genauer an, zeigen sich interessante Details bei Alter, Beruf und Geschlecht.

Aufschlüsselung nach Altersgruppen: Wer konnte bei wem punkten?

Aufschlüsselung nach Altersgruppen: Wer konnte bei wem punkten?

Von , und (Grafik)


Berlin/Brüssel - Die Alternative für Deutschland (AfD) zieht ins Europaparlament ein, die CSU verliert stark, die Sozialdemokraten verzeichnen Zuwächse - die Europawahl ist für einige Parteien ein Grund zur Freude, für andere eine Enttäuschung.

Doch in welchen Wählergruppen konnten die einzelnen Parteien besonders punkten, wo haben sie wenige Menschen erreicht? Ein Blick in die Stimmenverteilung nach Alter, Beruf und Geschlecht zeigt interessante Details.

  • So bekam die AfD in allen Altersgruppen einen stabilen Anteil an Stimmen. Bei den 60- bis 69-Jährigen holten die Europakritiker einen überdurchschnittlich hohen Wert von neun Prozent. Aber auch sieben Prozent der jüngeren Wähler von 18 bis 44 Jahren stimmten für die AfD.
  • Dass die Werte durch die Altersgruppen bei anderen Parteien schwanken, zeigt das Beispiel Grüne. Sie können vor allem bei jüngeren Wählern (18 bis 44 Jahre) punkten, bei Älteren und Senioren sind sie hingegen nur schwach vertreten.
  • Trotz des relativ guten Wahlergebnisses für die SPD zeigt sich: Die Sozialdemokraten haben ein Problem damit, junge Wähler an sich zu binden. In der Altersgruppe zwischen 18 und 44 Jahren erreichte die SPD durchweg Ergebnisse, die unter dem eigentlichen Wahlergebnis lagen.
  • Bei den Geschlechtern gibt es keine gravierenden, aber doch sichtbare Unterschiede: So zogen Grüne und Union mehr Frauen an als Männer, umgekehrt ist es bei der AfD und der SPD.
  • Die Aufschlüsselung nach Berufen zeigt. Bei Rentnern, Arbeitern und Arbeitssuchenden finden sich besonders viele SPD-Wähler. Die Union ist bei den Berufsgruppen breiter aufgestellt. Sie konnte besonders bei Rentnern, Selbstständigen und Angestellten punkten.

Das zeigen Analysen der Meinungsforscher von Infratest dimap im Auftrag der ARD auf Grundlage der ersten Hochrechnungen (Stand: 21.30 Uhr).

Wer wählte bei der Europawahl in Deutschland welche Partei? Wie verteilen sich die Präferenzen nach Alter, Geschlecht und Berufsgruppen? Die Antworten im Überblick:


Für mehr Informationen verfolgen Sie die Höhepunkte des Wahlabends im Liveticker. Sehen Sie die Deutschland-Ergebnisse für die Europawahl hier:

Europawahl in Deutschland



insgesamt 28 Beiträge
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mirrorm4n 25.05.2014
1.
Das Kommentar von Britney wurde zugelassen?! Ich bin gewiss kein Anhänger der afd, aber die Nazi-Keule ist sowas von unterstes populistisches Niveau.. Scheinbar scheint die AfD für einige wirklich eine Alternative sein - für viele vielleicht einfach als Frust. Ausserdem glaube ich, dass die Wähler der AfD äußerst verschieden sind: zum einen diejenigen, die auf den blanken Populismus von Herrn Dr. reinfallen und zum anderen diejenigen, die sehr wohl gebildet sind - aber die falschen Schlüsse aus richtigen Erkenntnissen (z.B. Konstruktionsfehler der Währungsunion ) ziehen.
t_omte 25.05.2014
2. @britneyspierss
Sie würden sich wundern, wer so alles die AFD gewählt hat. Ich für meinen Teil habe über viele Jahre Parteien des linken Spektrums gewählt (und von Arbeiter und gescheitert kann keine Rede sein). Ich habe mir hingegen intensiv Gedanken darüber gemacht, inwieweit die derzeitige Politik Antworten auf die Euro Krise hat (die längst nicht zu Ende ist sondern noch immer am Anfang steht). Ich kann im Übrigen auch nicht erkennen, dass die AFD von "faulen Griechen" gesprochen hat noch andere Ressentiments dieser Art bedient hat. Ich wünsche der Partei allerdings, dass eine Vereinnahmung durch das radikale Spektrum von rechts außen ausbleibt.
heinz_becker 25.05.2014
3. Tja, so kann man sich täuschen...
... auf der AfD-Liste für unseren Kreistag stehen: 1. ein Oberstleutnat der BW 2. ein Arzt 3. ein Diplompolitologe 4. ein promovierter Chemiker 5. ein Polizist d.h. von "gescheitert" oder "ängstlich" kann wohl kaum die Rede sein.
vertige 25.05.2014
4. Kein Nazi
Ich selbst bin ein Einwanderer und auch gebildetet. Habe einen vernünftigen Job und zahle Steuer. War von Anfang an gegen Euro, jetzt um so mehr. Nun wird AFD eine Weile auf meine Stimme zählen können.
maggelan07 25.05.2014
5. zurechtgestutzte CDU/CSU
CDU gewinnt - ganz einfach - weil diese partei wie die SPD am meisten zum Wohlstand der Bevölkerung beigetragen hat und ein solides programm aufweisen kann. Natürlich sorgen die Oppositionsparteien und Splittergruppen für eine Entfilzung bei CDU & Co, wie zB die Betrügereien bei den Banken und dem EU-Rettungsschirm. Aber wenn zur heutigen Stunde die jetzige AfD die meisten Stimmen erhielte, dann würde ein Haufen nicht praxis-bewährter Spinner und Weichmacher das Land regieren. Wo das hinführt, kann man nach der Zeit der Weimarer Republik nachlesen. fazit: Es muss immer eine ausgewogene Parteienmischung auf dem Polit-Markt etabliert sein - Splitterparteien erzeugen die kritische Würze für Grossparteien, die ohne deren Kritik-Wirkung nicht gegenwärtigkeitsbewusste Politik bringen würden. Nach 40 Jahren wird die AfD vielleicht auch etabliert sein, so wie es die Grünen heute sind.
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