Nach Verlassen der AfD Pretzell lässt Partei-Neugründung offen

Marcus Pretzell hat sich im ZDF zum Bruch mit der AfD geäußert und seinen Austritt aus der Partei mit deren mangelnder Politikfähigkeit begründet. Ausweichend beantwortete er die Frage nach einer Partei-Neugründung.

Marcus Pretzell
DPA

Marcus Pretzell


Marcus Pretzell, zuletzt AfD-Landeschef in Nordrhein-Westfalen, hat nach dem Austritt von sich und Parteichefin Frauke Petry den Einzug der Rechtspopulisten in den Bundestag gelobt. Es sei "ein gutes politisches Signal", sagte der Ehemann von Frauke Petry im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF.

Dennoch verteidigte Pretzell den Bruch mit der AfD. "Das ist eine Frage von Politikfähigkeit", sagte er. Petry hatte überraschend angekündigt, der neuen AfD-Fraktion nicht angehören zu wollen - beide verließen nach Aufforderung mehrerer AfD-Größen auch die Partei. (Lesen Sie hier die Analyse "Rechts draußen".)

Ob er und Petry nun selbst eine neue Partei gründen wollen, ließ Pretzell offen. "Lassen Sie sich überraschen, was wir vorhaben", sagte er in der Sendung. Es würden viele Gespräche geführt.

Die einzige relevante Volkspartei, die konservative Werte vermittle, ist in den Augen Pretzells derzeit die CSU, die aber nicht bundesweit antrete. Es sei zudem ein "Problem, dass sie sich selbst kastriert und einschränkt", sagte der bisherige AfD-Spitzenpolitiker. Zu den radikalen Kräften in seiner bisherigen Partei sagte er, die gebe es "auch, aber es sind nicht nur Abseitige."

Anmerkung der Redaktion: Es wurde klargestellt, dass nur Frauke Petry die Bundestagsfraktion verlassen hat. Pretzell verlässt die NRW-Fraktion der AfD. Beide kündigte an, die AfD verlassen zu wollen.

apr



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.