Die AfD startet Meldeplattform für Lehrer – und bekommt nun Pizzabestellungen

Foto: Daniel Karmann/dpa

Dieser Beitrag wurde am 23.10.2018 auf bento.de veröffentlicht.

In mehreren Bundesländern ist die AfD gerade dabei, sogenannte Meldeplattformen einzurichten, wo Schülerinnen und Schüler melden sollen, wenn ihre Lehrerinnen oder Lehrer die AfD kritisieren. Am Montag startete die Plattform auch in Berlin und die Menschen machen sich einen Spaß daraus, absurde Vorfälle einzutragen – oder einfach ihre Pizzabestellung an die AfD zu schicken.

Was hat die AfD mit den Plattformen vor?

In Hamburg und Baden-Württemberg startete die Partei schon in den vergangenen Wochen mit der Meldeplattform, vor wenigen Tagen folgte Brandenburg, nun gibt es sie auch in Berlin. Als Anlass bezeichnet die Partei angebliche Hinweise auf mutmaßliche Verstöße gegen das Neutralitätsgebot von Lehrern. 

Im Grunde handelt es sich bei der Plattform lediglich um ein Kontaktformular, über das Schülerinnen Lehrer melden sollen. Sollte ein "begründeter Anfangsverdacht" bestehen, dass tatsächlich ein Verstoß vorliege, werde man die Nachricht an die Schulbehörde weiterleiten, schreibt die AfD. 

Was sagen Lehrer?

Die Deutsche Lehrergewerkschaft GEW kritisierte das Vorgehen der AfD scharf. Die Portale seien ein Aufruf zur Denunziation, wo man sich anonym eintragen und Lehrkräfte ungeprüft beschuldigen könne, sagte Ilka Hoffmann vom GEW-Vorstand. (tagesschau.de )

Sollten Lehrerinnen an den Pranger gestellt werden, werde die Gewerkschaft auch Rechtsschutz gewähren. "Wir rufen die Kollegen auf, dass sie sich nicht einschüchtern lassen sollen und dass sie auch damit kreativ umgehen sollen", sagte der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann dem rbb . Er schlug vor, das Portal auch ruhig für eine Pizzabestellung zu nutzen – oder für eine Spaßmeldung, dass das Kind aus dem Kunstunterricht wieder "ganz rot-grün-versifft" nach Hause komme.

Und wie reagieren Menschen?

Genau so, wie es der Berliner GEW-Vorsitzende vorgeschlagen hatte und noch drastischer. Die baden-württembergische Meldeplattform, wofür ein AfD-Abgeordneter die Domains "meinlehrerhetzt.de" und "meinprofhetzt.de" angemeldet hatte, ging bereits nach kurzer Zeit offline – dahinter steckt möglicherweise ein Hackerangriff. (Stuttgarter Zeitung )

Auch das Berliner Portal ist seit dem Start am Montag nicht immer erreichbar. Schuld daran könnten die vielen Anfragen sein, die aber wohl selten im Sinne der AfD sind. Auf Twitter starteten Userinnen und User die #meldechallenge und suchen damit nun die kreativsten Einsendungen. So wie diese:

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