AfD-Chef Meuthen verzichtet auf Kandidatur für Bundestag

AfD-Chef Meuthen wird nicht bei der Bundestagswahl antreten. Damit wäre der Weg frei für eine Spitzenkandidatur von Frauke Petry, der zweiten Vorsitzenden der Rechtspopulisten.

Jörg Meuthen
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AfD-Chef Jörg Meuthen verzichtet auf eine Kandidatur bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr. "Ich werde das mir entgegengebrachte Vertrauen nicht durch die Bewerbung für ein Bundestagsmandat enttäuschen", erklärte er am Montag in einer E-Mail an die Parteimitglieder.

Meuthen verwies in der Mitteilung auf seine Verantwortung als Chef der Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Außerdem hätten auch familiäre Gründe bei seiner Entscheidung "nach langem Abwägen" eine Rolle gespielt. Er wolle in Baden-Württemberg bleiben, um sich um seine beiden jüngeren Kinder kümmern zu können.

Parteiintern wird damit gerechnet, dass Frauke Petry, die Vorsitzende der sächsischen Landtagsfraktion, in den Bundestag einziehen möchte. Gestritten wird bei den Rechtspopulisten jedoch darüber, ob die AfD mit ihr als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf zieht oder ein Spitzenteam gebildet werden soll. Parteiinterne Gegner von Petry fürchten, sie könne zu viel Macht auf sich konzentrieren. In bundesweiten Umfragen liegt die AfD seit Monaten über zehn Prozent.

Ob die AfD mit einem oder zwei Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf zieht, will die Partei laut Meuthen erst auf einem Parteitag im April entscheiden. Sollte es nur ein Kandidat werden, "dann wäre das wohl Frauke Petry", fügte er hinzu. In einem Tandem könne er sich auch Parteivize Alexander Gauland oder Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel vorstellen.

als/dpa/Reuters



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