Parteitag in Braunschweig 20.000 Menschen protestieren gegen die AfD

Die AfD will auf ihrem Parteitag einen neuen Bundesvorstand wählen. Unterdessen gingen Tausende Menschen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße.

Protest gegen den AfD-Parteitag in Braunschweig
FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Protest gegen den AfD-Parteitag in Braunschweig


Die Spitze der Demonstranten war schon am Zielort angekommen, da waren die letzten noch gar nicht losgelaufen: Rund 20.000 Menschen sind nach Angaben der Veranstalter an diesem Samstag gegen den AfD-Parteitag in Braunschweig auf die Straße gegangen. Es habe sich um "eine Riesenmenge Menschen" gehandelt, sagte ein Sprecher der Initiative Bündnis gegen rechts.

Auf dem Parteitag will die AfD einen neuen Bundesvorstand wählen. 566 Delegierte versammelten sich, der scheidende Parteivorsitzende Alexander Gauland hielt vor ihnen eine Rede, in der er einen "solidarischen Generationswechsel" ankündigte.

Der bisherige Vorsitzende Jörg Meuthen stellt sich zur Wiederwahl und bekräftigte die Abgrenzung der Partei nach Rechtsaußen und zu radikalen Kreisen. "Wir brauchen diese Brandmauer nach Rechtsaußen", sagte Meuthen.

In der vergangenen Woche hatte der Antisemit Wolfgang Gedeon seine Kandidatur angekündigt. Er wolle AfD-Chef werden und damit Gaulands Nachfolge antreten.

Friedlicher Verlauf der Kundgebung

Ein Polizeisprecher sprach von einem friedlichen Verlauf der Kundgebung. Zu Teilnehmerzahlen wollte sich die Polizei nicht äußern. Es sei schwer, die genauen Zahlen abzuschätzen, da es an unterschiedlichen Orten im Tagesverlauf verschiedene Aktionen gegeben habe, sagte der Sprecher. Er verwies auf die Schätzungen der Veranstalter. Bereits am Freitagabend hatte es einen Demonstrationszug mit laut Polizei rund 900 Teilnehmern gegeben.

Demonstranten vor dem Braunschweiger Schloss
FOCKE STRANGMANN/EPA-EFE/REX

Demonstranten vor dem Braunschweiger Schloss

Der Aufruf des Bündnisses gegen rechts Braunschweig wurde von zahlreichen Organisationen unterstützt - unter anderen von Aufstehen gegen Rassismus, dem Betriebsrat von VW Braunschweig, dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Niedersachsen sowie weiteren Gewerkschaftsorganisationen, mehreren Sozialverbänden, Organisationen der evangelischen Kirche, dem Zentralrat der Muslime Niedersachsen und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, außerdem von Grünen, Linkspartei, mehreren SPD-Ortsvereinen, den Jusos und der Piratenpartei. Volkswagen, Namensgeber der Veranstaltungshalle, hatte zudem veranlasst, den Firmennamen an der Halle für die Zeit des Parteitags abzuhängen.

lmd/dpa



insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
geotie1 30.11.2019
1.
Braunschweig ist sonst nicht gerade meine Lieblingsstadt, zu sehr eingebildet, aber in diesem Fall bin ich in Gedanken bei den Demonstranten. Weiter so!
Profdoc1 30.11.2019
2. Lustig
Jörg Meuthen sagt, dass es eine Brandmauer Richtung Rechtsaußen braucht.... Bruhaha. Selten so gelacht, wenn es nicht so traurig wäre -- Tja, dann soll der Herr Meuthen seine Kolleginnen und Kollegen Höcke, Weidel, von Storch, Brandner, Gedeon usw. vor die Tür setzen. Die AfD IST eine faschistoide Rechtsaußenpartei!
claus7447 30.11.2019
3. Leider ist Braunschweig zu weit weg ...
... aber ich wäre gerne dabei gewesen um den AfD Leuten zu zeigen: die Mehrheit sieht anders aus.
PinPinguin_reloaded 30.11.2019
4. Braun schweig!
Bravo Braunschweig!
D. Brock 30.11.2019
5. Es freut mich zutiefst zu sehen, dass ...
... so viele Menschen für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie eintreten! Bravo! Weiter so und es müssen sogar noch viel mehr werden! Die AfD ist eine tiefe Schande für Deutschland. Sie besitzt die Dreistigkeit für "das Volk" zu sprechen. Nein, sie tritt noch nicht einmal für die Interessen des weitaus größten Teils ihrer Wählerschaft ein, das hat dieser Teil aber noch nicht begriffen! Es gibt am braunen Rand nichts zu wählen! Es wird Zeit den Wählern umissverständlich klar zu machen, dass diese Partei unerwünscht ist und so wie sie stets auftritt in einer Demokratie nichts verloren hat. Es wird Zeit ein Verbotsverfahren einzuleiten. Der Wischiwaschi-Umgang mit dem braunen Mob hat bereits viel zu lange gedauert. Andere Auffassungen haben ist eine Sache, mit der Demokratie sehr gut umgehen kann, ja, von der sie sogar lebt! Rassismus und Faschismus sind aber KEINE anderen Auffassungen, es ist und bleibt Rassismus und Faschismus.
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