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Demonstration gegen Parteitag Polizei räumt Blockade von AfD-Gegnern

Die AfD trifft sich zum Bundesparteitag im Kongresszentrum in Hannover - begleitet von Hunderten Polizisten und Demonstranten. Eine Sitzblockade räumte die Polizei mit einem Wasserwerfer.

Mit einem massiven Aufgebot sichert die Polizei den AfD-Bundesparteitag in Hannover. Hunderte Beamte sind rund um den Veranstaltungsort postiert, ein Wasserwerfer kam bereits zum Einsatz. Mehrere Polizisten und mindestens ein Demonstrant wurden verletzt. Der Mann hatte sich an eine Metallpyramide gekettet und brach sich das Bein, als Polizisten ihn wegbringen wollte.

Seit sieben Uhr sei es "wiederholt zu Störaktionen und in zwei Fällen zu Sitzblockaden gekommen", sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP. Eine Blockade sei geräumt worden. Die AfD-Gegner hatten versucht, mehrere Zufahrtswege zum Kongresszentrum zu blockieren, wo der Parteitag stattfindet. Einige der 600 Delegierten hatten deshalb Probleme, zu den Eingängen zu gelangen - der Parteitag begann schließlich mit einer Stunde Verspätung.

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Protest gegen AfD-Parteitag: Regenschirme gegen Wasserwerfer

Foto: FABIAN BIMMER/ REUTERS

Derzeit haben sich mehrere Hundert Demonstranten an verschiedenen Straßenkreuzungen und vor den Eingängen des Kongresszentrums versammelt. Sie haben Plakate dabei und skandieren "Haut ab, haut ab".

Bereits am Freitagabend hatten etwa tausend Menschen gegen die rechte Partei demonstriert. Unter dem Motto "Keine Angst für niemand" zogen sie begleitet von Polizisten durch die Innenstadt. Auch für den heutigen Samstag sind mehrere Demonstrationen angemeldet, zu denen einige tausend Teilnehmer erwartet werden.

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Auf dem zweitägigen Parteitag soll die AfD-Spitze neu gewählt werden. Seit dem Rückzug von Frauke Petry nach der Bundestagswahl führt Jörg Meuthen die Partei allein. Seine Wiederwahl gilt als gesichert. Streit gab es im Vorfeld darüber, wer mit ihm eine Doppelspitze bilden könnte. Auch denkbar wäre, dass per Satzungsänderung eine Einzelspitze festgelegt wird, dann könnte Meuthen alleiniger Parteichef bleiben. Ein entsprechender Antrag des Landesverbands Sachsen-Anhalt liegt vor.

Als Co-Vorsitzender will der Berliner Landeschef Georg Pazderski antreten. Seine Wahl will offenbar aber AfD-Bundestagsfraktionschef und Parteivize Alexander Gauland verhindern - durch eine eigene Kandidatur.

Pazderski und sein Berliner Verband gelten als gemäßigt; mit einer Wahl Gaulands zum Co-Parteichef würde der rechtsnationale Flügel gestärkt.

vet/AFP/dpa
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