Sicherheit bei AfD-Parteitag in Köln Polizei macht sich "große Sorgen"

Köln wappnet sich für den AfD-Parteitag: Die Polizei rechnet mit 50.000 Gegendemonstranten und gewalttätigen Protesten. Die Innenstadt wird zur Sicherheitszone - Hochzeitspaare von der Polizei zum Standesamt eskortiert.
Köln wird am Wochenende zur Hochsicherheitszone

Köln wird am Wochenende zur Hochsicherheitszone

Foto: Oliver Berg/ dpa

Straßensperren, Tausende Polizisten und eine Flugverbotszone: Wenn die Alternative für Deutschland (AfD) am Wochenende in Köln ihren Bundesparteitag abhält, wird die Innenstadt zu einer Hochsicherheitszone. Die Polizei erwartet rund 50.000 Gegendemonstranten verschiedener Protestbündnisse, darunter auch mehrere Tausend Linksextreme.

"Wir machen uns große Sorgen", sagte der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies bei einer Pressekonferenz und zitierte einen Aufruf aus der linksextremen Szene. "Kommt alle nach Köln: Es wird unser Fest, und deren Hölle. Feuer statt Konfetti", heißt es darin unter anderem.

Mathies betonte, mehr als 4000 Beamte aus Nordrhein-Westfalen und dem ganzen Bundesgebiet würden "entschlossen und konsequent" gegen jede Form von Gewalt vorgehen. In einem Bereich, der die Innenstadt, Altstadt Nord, Altstadt Süd sowie Teile des Stadtteils Deutz umfasst, sind vom 20. April (12 Uhr) bis 24. April (12 Uhr) zudem alle Flüge untersagt . Es ist einer der größten Polizeieinsätze der vergangenen Jahre in Köln. Bereits 2016 war es während des Parteitages der AfD in Stuttgart zu heftigen Krawallen gekommen.

  • Zu den Gegendemonstrationen unweit des AfD-Tagungshotels am Heumarkt in der Innenstadt rufen unter anderem die Bündnisse "Köln stellt sich quer" und "Köln gegen Rechts" auf.
  • Auch das Festkomitee Kölner Karneval plant eine Kundgebung für Vielfalt und Toleranz im Kölner Westen. Teilnehmen sollen unter anderem die Bands Bläck Fööss, Höhner, Brings und Cat Ballou.
  • Durch die Großdemonstrationen wird das öffentliche Leben in Teilen der Innenstadt massiv beeinträchtigt werden. Die Außengastronomie auf den Demoplätzen bleibt geschlossen, kleinere Einzelhändler mit Geschäften an den Demonstrationswegen wollen kurzfristig entscheiden, ob sie ihre Läden öffnen. Busse und Bahnen fahren in Teilen der Innenstadt nur eingeschränkt.
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Und selbst für Hochzeitspaare haben die Demos Konsequenzen: Wer am Samstag einen Trautermin im Rathaus unweit des Alten Markts hat, wird von der Polizei zum Standesamt eskortiert. Und sollte es dort überhaupt kein Durchkommen geben, steht als Ausweich-Trauort das Bezirksrathaus im weit entfernten Stadtteil Porz zur Verfügung.

dop/AFP/Reuters