Parteitagsfinanzierung Großspende sorgt für neuen Ärger in der AfD

Der AfD-Mitgliederparteitag in Essen soll den Machtkampf zwischen Bernd Lucke und Frauke Petry entscheiden. Damit das Treffen stattfinden kann, hat ein Unternehmer kräftig gespendet. Der Mann ist Lucke-Anhänger - dessen Gegner sind verärgert.

AfD-Spitzen Petry, Lucke: Entscheidung im Machtkampf?
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AfD-Spitzen Petry, Lucke: Entscheidung im Machtkampf?

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Die Grugahalle in Essen fasst über 6000 Personen. Den Platz wird die Alternative für Deutschland (AfD) wohl brauchen, wenn sie sich Anfang Juli zu ihrem außerordentlichen Mitgliederparteitag trifft. Mehr als 3000 Voranmeldungen hat die Partei bis jetzt registriert. Es geht um viel: Seit Wochen tobt ein Machtkampf zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Bernd Lucke und dem rechtskonservativen um Frauke Petry. Und dieser Machtkampf soll in Essen endlich entschieden werden.

Doch so ein Mitgliederparteitag ist teuer. Im Frühjahr hatte AfD-Vorstandssprecher Lucke in einem ersten Anlauf die 22.000 Mitglieder zu Spenden aufgerufen, als Ziel gab er 150.000 Euro an. Doch am Ende kamen nur knapp über 50.000 Euro zusammen - viel zu wenig.

Nun aber hat Lucke eine Großspende aus der Unternehmerschaft erhalten. Sie kommt von Klaus Nordmann, Geschäftsführer der Nordmann GmbH, die in Hürth bei Köln Systeme zur Werkzeugüberwachung herstellt. Nordmann ist Mitglied des Mittelstandsforums der AfD und will auf dem Parteitag am 4. und 5. Juli mit dabei sein. "Jede Stimme zählt diesmal", sagte Nordmann SPIEGEL ONLINE. Aus seinem Favoriten macht er keinen Hehl: "Ich bin ein Unterstützer des wirtschaftspolitischen Kurses von Professor Lucke."

Genau das sorgt nun für neuen Ärger in der Partei. Eigentlich wollte Nordmann anonym bleiben, doch auf einer AfD-Versammlung in München hatte kürzlich Lucke-Gegenspielerin Petry seinen Namen öffentlich gemacht. Die Äußerung Petrys ist in einem Film auf YouTube dokumentiert - und somit für jeden einsehbar. "Das Verhalten von Frau Petry finde ich nicht korrekt", sagte Nordmann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Spende über 49.999,99 Euro

Um seine Anonymität zu wahren, habe er seine Parteispende extra auch unterhalb der anzeigepflichtigen 50.000-Euro-Grenze gehalten, so der Unternehmer. Erst von dieser Summe an muss der Name des Spenders beim Bundestagspräsidenten unverzüglich genannt werden.

In und außerhalb der Partei kursieren bereits Gerüchte, Nordmann habe viel mehr, nämlich 350.000 Euro gespendet. Dem tritt er entschieden entgegen. "Ich kann die Summe von 350.000 Euro nicht bestätigen", schreibt er in einer E-Mail an SPIEGEL ONLINE. "Ich habe lediglich eine Summe von 49.999,99 Euro gespendet."

Wie viel der Parteitag insgesamt kosten könnte, darüber gibt es verschiedene Angaben. Im Lucke-Lager ist von rund 200.000 Euro die Rede. Parteisprecher Christian Lüth sagte auf Anfrage: "Unter 300.000 Euro." Allein der Bremer Mitgliederparteitag vom Januar dieses Jahres mit rund 1700 Teilnehmern in zwei Hallen hatte allerdings rund 320.000 Euro verschlungen. Mit dieser Summe, so Petry vor der Basis in München, habe man das Budget für Parteitage im Jahr 2015 praktisch ausgereizt.

Nordmann bekennt sich zu Lucke

Der Mitgliederparteitag war ein Wunsch Luckes, er setzte sich damit im Bundesvorstand durch. Ein ursprünglich für Juni angesetzter Delegiertenparteitag in Kassel wurde dafür abgesagt, er hätte womöglich der Kontrahentin Petry geholfen, so das Kalkül im Lucke-Lager.

Denn Petry - zusammen mit Lucke und Konrad Adam gleichberechtigte Vorstandssprecherin - hatte zuvor eine Werbetour in den Landesverbänden gestartet, aus denen die Delegierten gestellt worden wären. Unter den Mitgliedern aber, so die Überlegungen der Lucke-Anhänger, hätte sie bei einer Entscheidung über das künftige Führungspersonal womöglich weniger Fürsprecher. Der Eurokritiker Lucke gilt vielen in der AfD immer noch als das prominenteste Gesicht der vor zwei Jahren gegründeten Partei.

Die Spende ist mittlerweile ein Politikum im hart ausgetragenen innerparteilichen Kampf. Nordmann ärgert sich über Petry. Sie hatte - auf die Frage eines AfD-Mitglieds nach dem Spender - vor der Basis in München nicht nur den Namen verraten, sondern auch behauptet: "Es ist eine 100.000-Euro-Spende von einem Herrn Nordmann."

Nordmann widersprach. "Ich habe lediglich erklärt, neben meiner jetzigen Spende weiteres Geld in ähnlich großer Höhe geben zu wollen, sollte die Finanzierung des Parteitags nicht ausreichen", sagte Nordmann. Ob und in welcher Form dies geschehen könnte - als weitere Spende oder Darlehen - habe er noch gar nicht entschieden.



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flieger56 27.06.2015
1.
Es wird Zeit,daß Frau Petry "abgesägt"wird und die Partei wieder zur Ruhe kommt und ohne diese Quertreiberin arbeiten kann. Mit Frau Petry hat die AfD leider keine Zukunft.
shc 27.06.2015
2. Jede Partei wäre
glücklich über solche Spenden. Leider ist den verbohrten Petry und Prerzell jedess Mittel Recht, um die Partei in. Chaos zu stürzen, selbst Indiskretionen. Und das, obwohl Pretzell ein eigenartiges Verhältnis tu Wahrheit und Geld hat. Er wird abgewählt werden, dann wird es wieder ruhiger.
nachgedachtamvormittag 27.06.2015
3. Ich finde es...
....klasse sich mit ansehen zu dürfen wie sich eine populistische Partei wie AfD selber kaputt streitet. Wenn sie nur die großen Parteien mal ein Beispiel daran nehmen würden, um Platz für etwas Neues zu machen! Träumchen
ecbert 27.06.2015
4. Beide Richtungen sind möglich...
Man kann innerhalb der AfD durchaus den sinnvollen wirtschaftspolitischen Kurs von Herrn Lucke fahren und gleichzeitig gegen die Massenimmigration in unsere Sozialsysteme sein. Da sich beide Themen nicht ausschließen währe die AfD gut beraten beide Themen programmatisch miteinander zu verschmelzen.
Stefan.Q. 27.06.2015
5. Geld regiert die Welt
Da haben wir es wieder, wer das Geld hat, gibt den Ton an und die nächste Partei wird gekauft. Dann ist sie wenigstens wie jede andere größere Partei in Deutschland. Eben beliebig und damit eigentlich überflüssig, denn Geldparteien gibt es ja schon. Was fehlt sind Menschen die gegen den Mainstream stehen. Davon gibt es nicht viele bekannte Gesichter. Luckes AfD ist für mich unwählbar, Lucke selbst unerträglich. Die Anderen machen die Partei interessant, da denkt der eine oder andere noch selbst nach. Frau Petry ist wenigstens jemand, die mal andere Denkanstöße in Diskussionen bietet. Meist ganz vernünftig argumentiert. Nobody is perfect. Aber bitte Menschen vor Geld.
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