Gewaltsame Übergriffe Dutzende Attacken gegen Politiker - AfD am stärksten betroffen

Drei Monate, 31 Körperverletzungen: Politiker wurden zuletzt wiederholt Opfer von Gewalt. In zwei Dritteln der Fälle richteten sich die Übergriffe gegen AfD-Mitglieder.
Alexander Gauland, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, auf Wahlkampftour in Sachsen: 24 Mal sollen AfD-Politiker in den vergangenen drei Monaten angegriffen worden sein

Alexander Gauland, Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, auf Wahlkampftour in Sachsen: 24 Mal sollen AfD-Politiker in den vergangenen drei Monaten angegriffen worden sein

Foto: Robert Michael/ DPA

Im zweiten Quartal 2019 kam es durchschnittlich zehn Mal pro Monat zu gewaltsamen Attacken gegen Politiker. Die Polizei registrierte im April, Mai und Juni dieses Jahres insgesamt 31 Fälle von Körperverletzung oder gefährlicher Körperverletzung, die sich gegen Politiker richteten, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervorgeht.

In 24 Fällen waren Mitglieder der AfD betroffen. Die mutmaßlichen Täter kamen dabei laut Polizeistatistik meist aus dem linken Spektrum. In einigen Fällen konnte der Tathintergrund allerdings nicht klar zugeordnet werden.

Den Angaben zufolge wurden Mitglieder der Grünen im gleichen Zeitraum dreimal Opfer von Gewalt. In Leipzig wurde ein Mitglied der Linkspartei von einem oder mehreren Tätern aus der rechten Szene attackiert. Im rheinland-pfälzischen Weißenthurm traf es ein CDU-Mitglied, wobei die Polizei den politischen Hintergrund dieses Angriffs nicht zuordnen konnte. In zwei Fällen wurden Mitglieder von Parteien, die nicht im Bundestag vertreten sind, körperlich attackiert.

Betrachtet man auch andere Delikte wie etwa Bedrohung, Sachbeschädigung oder Beleidigung, so waren Parteimitglieder im zweiten Quartal dieses Jahres - in das die Europawahl und die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft fielen - von 372 Straftaten betroffen. Im ersten Quartal 2019 hatten die Polizeidienststellen 217 Straftaten gegen Parteimitglieder gemeldet.

asa/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.