Einwanderung AfD rechtfertigt Pegida mit Sydney-Geiselnahme

Kaum ist das Geiseldrama in Sydney beendet, versucht die AfD daraus politisches Kapital zu schlagen. Die Tat zeige, wozu Einwanderung führen könne, heißt es aus der Parteispitze: "Ein Einzelner genügt."

AfD-Politiker Adam: Sydney-Geiselnahme als Rechtfertigung für Pegida
REUTERS

AfD-Politiker Adam: Sydney-Geiselnahme als Rechtfertigung für Pegida


Hamburg - Die Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich durch die Geiselnahme von Sydney in ihrer Forderung nach weiteren Einwanderungsbeschränkungen bestätigt. In einer Pressemitteilung bringt sie die Tat des aus dem Iran stammenden Einzeltäters mit den Demonstrationen der Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Verbindung.

Trotz strikter Einwanderungsregeln sei es einem fanatischen Islamisten gelungen, nach Australien zu gelangen und Geiseln zu nehmen, heißt es in der Mitteilung. Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der Partei angehört, sagte demnach: "Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen. Ein Einzelner genügt."

Adam kritisierte zudem, dass Spitzenpolitiker glaubten, die Teilnehmer der Pegida-Demonstrationen mit Hinweis auf den niedrigen Migrantenanteil in Sachsen lächerlich machen zu können. "Damit beweisen sie aber nur, dass sie nicht begriffen haben, um was es geht", sagt Adam. "Ob man sich sicher fühlt oder nicht, entscheidet nicht der Blick in die Statistik. Das glauben nur Politiker, die von der Wirklichkeit keine Ahnung haben."

Am Montag waren in Dresden 15.000 Menschen auf die Straße gegangen. Der AfD-Vorsitzende in Brandenburg, Alexander Gauland, hatte an der Demonstration teilgenommen. Bernd Lucke, einer der drei Parteichefs, hatte noch kurz zuvor von einer Teilnahme an den Protesten abgeraten.

mka/dpa

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.