AfD-Russlandaffäre Parteichef Gauland stellt sich hinter Frohnmaier

Die Enthüllungen über Russlandkontakte des AfD-Abgeordneten Markus Frohnmaier scheinen ihm intern nicht zu schaden. Dies zeigt das dem SPIEGEL vorliegende Protokoll der jüngsten Fraktionssitzung.

Alexander Gauland
CLEMENS BILAN / EPA-EFE / REX

Alexander Gauland


Der wegen seiner fragwürdigen Russlandverbindungen in der Kritik stehende AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier genießt offenbar weiterhin die Unterstützung seines Fraktionsvorsitzenden und Parteichefs Alexander Gauland. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte)

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Dieser habe sich in der Fraktionssitzung am Dienstag für Frohnmaier starkgemacht, berichten Teilnehmer. Im Protokollentwurf der Sitzung, der dem SPIEGEL vorliegt, ist unter "TOP 18 Aktuelles" vermerkt:

"Alexander Gauland weist auf den Umstand hin, dass Kontakte von Mitgliedern der AfD -Bundestagsfraktion nach Russland üblich seien, und bittet um Kollegialität, wenn Mitglieder der Fraktion wegen dieser Kontakte medial angegangen werden."

Fragen oder Redebeiträge aus der Fraktion habe es laut Teilnehmern nicht gegeben.

Markus Frohnmaier
Wolfgang Kumm / DPA

Markus Frohnmaier

In einem Dokument von 2017, das in der Spitze der russischen Administration verschickt wurde und das der SPIEGEL publik gemacht hatte, wird der damalige Bundestagskandidat Frohnmaier als potenziell "unter absoluter Kontrolle stehender Abgeordneter" bezeichnet. Frohnmaier bestreitet jede russische Einflussnahme.

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Allerdings hat der AfD-Politiker seine ursprünglich für kommende Woche geplante Reise zu einem "Internationalen Wirtschaftsforum" auf der russisch besetzten Halbinsel Krim abgesagt.

Der russlanddeutsche AfD-Bundestagsabgeordnete Waldemar Herdt will dagegen auf jeden Fall für das Forum auf die Krim fahren, kündigt er im SPIEGEL an. Flug und Übernachtung dieser "Privatreise" zahle er selbst. Auch Gunnar Lindemann, AfD-Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus würde gern anreisen, wollte sich aber noch parteiintern dazu besprechen.

Das Auswärtige Amt warnte die AfD-Politiker vor dem Trip. Man rate "dringend von Reisen auf die Krim ab", schrieb eine Diplomatin in einer Mail, die dem SPIEGEL vorliegt. Eine Einreise auf die Krim über Russland sei "nach ukrainischem Recht strafbar". Zuvor hatte sich die ukrainische Botschaft beim Auswärtigen Amt beschwert.

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akm/mgb/sev/wow

insgesamt 35 Beiträge
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merlion 12.04.2019
1. Mein Gott,
WANN endlich kapiert der Spiegel das! Höher Gestellte (Gauland) stellen sich VOR niedriger Gestellte (Frohmaier). Umgekehrt stellt man sich HINTER den CHEF!!! Deidsch schparagg verdammich schwärr Schbrack.
m.klagge 12.04.2019
2. Von Trump zu Frohnmaier,
tiefer kann der Fall kaum sein. Die Russland Basher in den geneigten Medien sollten mal kurz in sich gehen. Aber wahrscheinlich stimmen Auftragslage und Bezahlung in diesem Genre. Also weiter so.
p-touch 12.04.2019
3. Das die Fliegenschiss-Partei
keine Problem mit Autokraten hat überrascht wohl niemand.
s.l.bln 12.04.2019
4. Selbstverständlich...
...stellt sich die AFD hinter den. Russische Unterstützung ist dort schließlich Qualitätsmerkmal, denn die AFD und Putin haben im Grunde das gleiche Ziel: die Gesellschaftsordnung in Deutschland und der EU zu zerschlagen. Der Feind meines Feindes...
Björn L 12.04.2019
5. Bei Einreise auf die Krim unter Umgehung der Ukraine...
Zieht ein 2 jähriges Einreiseverbot in die Ukraine nach sich. Sofern dies nicht medienwirksam wird, kann der braune Hase nach der Reise auf die Krim seinen Pass verbrennen und mit einem Neuen in die Ukraine reisen. Sollte dies aber bekannt sein, darf das braune Hascherl im Transitbereich auf den Rückflug warten.
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