Saarland AfD-Landesvorsitzender soll NPD-Mitglieder angeworben haben

Der saarländische AfD-Vorsitzende Josef Dörr soll im Jahr 2015 bewusst NPD-Mitglieder angeworben haben. Laut einem Medienbericht könnte dem Landeschef nun der Parteiausschluss drohen.
Josef Dörr (2.v. rechts) auf einer Demonstration in Chemnitz, 2018

Josef Dörr (2.v. rechts) auf einer Demonstration in Chemnitz, 2018

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Erneute Vorwürfe wegen Verwicklungen der AfD in die rechte Szene: Laut Recherchen der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ")  habe der Landesvorsitzende der AfD im Saarland, Josef Dörr, zu Beginn seiner Amtszeit bewusst Mitglieder der NPD angeworben. Zeugen sollen diese Verwicklungen nun bestätigen.

Dörr begann seine Amtszeit bei der AfD im Saarland mit dem Versprechen, eintausend Mitglieder für die Landespartei zu werben - und das innerhalb eines Jahres. Dafür scheint Dörr sich in rechten Kreisen bewegt zu haben.

Im Juli 2015 habe er laut "FAZ" bei einer Versammlung der "Freien Bürger Union" im saarländischen Ensdorf aktiv um Mitglieder geworben. Die Kleinpartei besteht aus konservativen und rechtsliberal orientierten Kommunalpolitikern. "Maßgebliche Protagonisten" setzen sich laut dem saarländischen Verfassungsschutz aus "aktuellen, beziehungsweise ehemaligen NPD-Kadern" zusammen.

Bundesvorstand der AfD forderte bereits 2016 Ausschluss Dörrs

Bereits Anfang 2016 hatte der AfD-Bundesvorstand einen Parteiausschluss Dörrs gefordert. Vorwürfe waren eine versuchte Zusammenarbeit mit der "Freien Bürger Union", eine Inkaufnahme der Teilnahme von Personen aus dem NPD-Umfeld bei einer AfD-Demonstration in Saarbrücken und ein geplanter, aber nie realisierter Auftritt Dörrs im NPD-Umfeld.

Drei Teilnehmer der Veranstaltung in Ensdorf bestätigen nun, dass Dörr im Juli 2015 bewusst Mitglieder aus der rechten Szene in die AfD aufnehmen wollte. Darunter die NPD-Mitglieder Harry Kirsch und Otfried Best. Sollte Dörr diesen eine Doppelmitgliedschaft angeboten haben, würde dies gegen die AfD-Satzung verstoßen. Dies könnte zu einem Parteiausschluss führen.

mje
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