Nach Wahlerfolg Unbekannte veröffentlichen Mitgliederliste der AfD Sachsen

Kurz nach dem Wahlerfolg der AfD Sachsen haben Hacker vertrauliche Daten der Mitglieder veröffentlicht. Es geht um persönliche Informationen wie Telefonnummern und Geburtstage.
Die Spitzenkandidatin der AfD Sachsen, Frauke Petry: Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Telefonnummern wurden veröffentlicht

Die Spitzenkandidatin der AfD Sachsen, Frauke Petry: Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Telefonnummern wurden veröffentlicht

Foto: Sebastian Willnow/ dpa

Hamburg - Während die AfD Sachsen am Sonntagabend ihren Erfolg bei den Landtagswahlen feierte, haben Hacker persönliche Daten der Parteimitglieder veröffentlicht.

Eine Hackergruppe aus Österreich, die sich zum lockeren Netzaktivistenverbund Anonymous zählt, publizierte die Daten. Von den AfD-Mitgliedern wurden Name, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Telefonnummern veröffentlicht. Die Hackergruppe hatte schon mehrfach größere Datensätze geknackt und veröffentlicht.

Die Datensätze scheinen authentisch zu sein, zumindest treffen sie nach SPIEGEL-ONLINE-Recherchen für mehrere prominente AfD-Mitglieder zu. Daneben wurden auch noch Dokumente wie Datenschutzvereinbarungen und gescannte Mitgliedsanträge veröffentlicht.

Wie die Hacker an die Daten gekommen sind, ist bislang unklar. Eine gängige Methode ist aber, Webserver auf bekannte Sicherheitslücken hin abzuklopfen. Über manipulierte Datenbankabfragen, sogenannte SQL-Injections, lassen sich schlecht konfigurierte Webserver zur Preisgabe von internen Daten bringen.

Die betreffende Hackergruppe hatte zuvor etwa die Adressen von rund 25.000 österreichischen Polizisten veröffentlicht. Bei der österreichischen Einzugszentrale für Rundfunk- und Fernsehgebühren (GIS) wollen die Hacker über 200.000 Datensätze kopiert haben, ebenso die Daten von 600.475 Versicherten der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK). In diesen Fällen sahen die Hacker von einer Veröffentlichung aber ab.

Auch die NPD hat immer wieder Ärger mit Hackerangriffen. Offenbar im Gegensatz zur AfD in Sachsen trifft die rechtsextreme Partei aber bessere Vorkehrungen beim Datenschutz. Als vor einigen Jahren mehrere Gigabyte E-Mails der Partei an die Öffentlichkeit kamen, fanden sich darin zwar auch Mitgliederlisten - die waren aber allesamt verschlüsselt, so dass die Identität der NPD-Mitglieder geschützt blieb.

fab/ore