AfD-Spendenaffäre Weil Alice Weidel das eben so gesagt hat...

Der AfD-Bundesvorstand sieht in der Spendenaffäre keine Schuld bei Alice Weidel. Warum so sicher? Die Antwort gibt Parteichef Meuthen in einem TV-Interview.
Alice Weidel

Alice Weidel

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

In der Affäre um Parteispenden aus dem Ausland an die AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel und ihren baden-württembergischen Kreisverband sieht der AfD-Bundesvorstand in einer Stellungnahme am Freitag  "keinerlei Verschulden bei Frau Dr. Alice Weidel".

Damit aber hat der Vorstand offensichtlich nur eine Vermutung ausgesprochen. Das geht aus einer Äußerung von Parteichef Jörg Meuthen in der ZDF-Sendung "Berlin direkt " hervor.

Auf die Frage, wie der Vorstand Weidel so eindeutig von jeder Schuld habe freisprechen können, obwohl er die Affäre erst noch aufklären wolle, sagte Meuthen: "Weil Frau Weidel im Bundesvorstand erklärt hat, dass sie von den Vorgängen nichts gewusst hat respektive zu spät gewusst hat und weil sie uns glaubhaft dargelegt hat, wie das gewesen ist."

Jörg Meuthen

Jörg Meuthen

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Die AfD-Spendenaffäre setzt Weidel und die gesamte Partei seit Tagen unter Druck. Eine wohl illegale Großspende aus der Schweiz  war nicht wie vorgeschrieben umgehend, sondern erst nach mehreren Monaten zurückgezahlt worden; eine ansonstenwohl legale Großspende aus den Niederlanden war dem Bundestag nicht sofort, sondern erst nach neun Monaten gemeldet worden.

Diese nicht rechtzeitige Rückzahlung gestand Meuthen als Fehler ein: "Das ist der einzige Vorwurf, den man uns machen kann." Auf den Vorwurf, man habe mit den Geldern Wahlkampf gemacht, sagte der Parteivorsitzende und Europawahl-Spitzenkandidat, er kenne die Kontobewegungen nicht.

Sein Co-Vorsitzender Alexander Gauland sagte am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" über die Spendenaffäre, die Kreisschatzmeisterin und der Landesschatzmeister hätten etwas falsch gemacht. "Das hat dann auch mit Frau Weidel persönlich nichts zu tun." Die AfD müsse sich unter anderem darum kümmern, ob es bei Spenden dieser Größenordnung ein internes Alarmsystem brauche.

feb/dpa