AfD-Spendenaffäre Weil Alice Weidel das eben so gesagt hat...

Der AfD-Bundesvorstand sieht in der Spendenaffäre keine Schuld bei Alice Weidel. Warum so sicher? Die Antwort gibt Parteichef Meuthen in einem TV-Interview.

Alice Weidel
CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Alice Weidel


In der Affäre um Parteispenden aus dem Ausland an die AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel und ihren baden-württembergischen Kreisverband sieht der AfD-Bundesvorstand in einer Stellungnahme am Freitag "keinerlei Verschulden bei Frau Dr. Alice Weidel".

Damit aber hat der Vorstand offensichtlich nur eine Vermutung ausgesprochen. Das geht aus einer Äußerung von Parteichef Jörg Meuthen in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" hervor.

Auf die Frage, wie der Vorstand Weidel so eindeutig von jeder Schuld habe freisprechen können, obwohl er die Affäre erst noch aufklären wolle, sagte Meuthen: "Weil Frau Weidel im Bundesvorstand erklärt hat, dass sie von den Vorgängen nichts gewusst hat respektive zu spät gewusst hat und weil sie uns glaubhaft dargelegt hat, wie das gewesen ist."

Jörg Meuthen
DPA

Jörg Meuthen

Die AfD-Spendenaffäre setzt Weidel und die gesamte Partei seit Tagen unter Druck. Eine wohl illegale Großspende aus der Schweiz war nicht wie vorgeschrieben umgehend, sondern erst nach mehreren Monaten zurückgezahlt worden; eine ansonstenwohl legale Großspende aus den Niederlanden war dem Bundestag nicht sofort, sondern erst nach neun Monaten gemeldet worden.

Diese nicht rechtzeitige Rückzahlung gestand Meuthen als Fehler ein: "Das ist der einzige Vorwurf, den man uns machen kann." Auf den Vorwurf, man habe mit den Geldern Wahlkampf gemacht, sagte der Parteivorsitzende und Europawahl-Spitzenkandidat, er kenne die Kontobewegungen nicht.

Sein Co-Vorsitzender Alexander Gauland sagte am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" über die Spendenaffäre, die Kreisschatzmeisterin und der Landesschatzmeister hätten etwas falsch gemacht. "Das hat dann auch mit Frau Weidel persönlich nichts zu tun." Die AfD müsse sich unter anderem darum kümmern, ob es bei Spenden dieser Größenordnung ein internes Alarmsystem brauche.

feb/dpa



insgesamt 135 Beiträge
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claus7447 18.11.2018
1. Was erwartet man von AfD Funktionären?
Es ist doch eigentlich egal, ob rassistische Reden, Hetztriaden, es war nach Aussage der Betroffenen immer änder, falsch verstanden, aus dem Gesamtbild gerissen. Da auf den Überweisungen ausdrücklich "Wahlkampfunterstützung Alice Weideland" stand, kann ich mir selbst unter massiver Zufuhr von Drogen nicht vorstellen, dass die Kassiererin in Konstanz, eine gute Bekannte von A. W., ihr nicht Bescheid gesagt hat. Da das Geld ja wohl zur Finanzierung von likies bzw und/oder zur Begleichung von Rechtsanwälten genutzt wurde. Dabei hat düse braune sauberpartei ich vorgenommen, kein Geld aus dem Ausland und firmenspenden müssen verboten werden. Der Staatsanwalt wird die Wahrheit finden, keine Sorge.
WolfThieme 18.11.2018
2. Was erwarten wir denn?
Es wird gelogen gelogen, gelogen, geleugnet, abgelenkt, diffamiert, und die Flüchtlinge haben irgendwie immer schuld. Ohne diese miesen Winkelzüge würde die AfD nicht überleben.
crazydee 18.11.2018
3. Frau Weidel könnte die Kontobewegungen ganz einfach öffentlich machen
und ihren Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Dann wäre der Spuck um die Spendenaffäre zu Ende. Tut sie aber nicht.
isi-dor 18.11.2018
4.
Diese Leute glauben ihresgleichen, weil sie zu ihresgleichen gehören, also den notwendigen "Stallgeruch" haben. Das war ja selbst bei den Nürnberger Prozessen 1946 noch exakt genauso. Aber für mich steht eines fest: wer blindlings gegen die Faktenlage nur aus diesem Grunde etwas glaubt, der ist letztlich in meinen Augen mitschuldig.
jujo 18.11.2018
5. ...
Ein internes Alarmsystem? Es braucht eine Handlungsanweisung was mit illegalen Spenden zu tun ist und eine Auflistung welche Spenden als illegal zu betrachten sind. Das geht auf eine halbe DinA4 Seite. Ich kann mir schwer vorstellen, das es so etwas nicht gibt und zwar bei allen Parteien, damit die etwas unbedarften, naiven Schatzmeister/innen im letzten Kreisverband nichts falsch machen können. Im übrigen ist es welt-und lebensfremd anzunehmen, das Frau Weidel von einer Spende in dieser Größenordnung, auf ihren Namen (!), nicht von der Schatzmeisterin sofort(!) informiert worden ist. Wenn alles sauber ist, das Geld nicht für den Wahlkampf verwendet wurde, warum werden die Kontobewegungen nicht vorgelegt. Diese Spende hätte unverzüglich zurücküberwiesen werden müssen. d.h. für mich binnen 2 Geschäftstagen! Sowie es die AFD in NRW getan hat. Frau Weidel lügt!
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