Interne Umfrage Spendenaffären stören mehr als ein Drittel der AfD-Wähler

Die Ermittlungen gegen AfD-Politiker wegen möglicher illegaler Parteienfinanzierung schrecken auch geneigte Wähler ab. Das hat der Bundesvorstand erfragen lassen. Die Auswertung liegt dem SPIEGEL vor.
Jörg Meuthen und Alice Weidel

Jörg Meuthen und Alice Weidel

Foto: Stefan Puchner/ dpa

Gleich drei prominente AfD-Politiker müssen sich wegen mutmaßlich illegaler Wahlkampfunterstützung rechtfertigen: Jörg Meuthen, Guido Reil, Alice Weidel. Staatsanwaltschaften ermitteln, die Bundestagsverwaltung prüft. Und nun folgen noch neue Ermittlungen gegen den Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann.

Doch während die Parteioberen öffentlich abwinken und die Affären kleinreden, scheint es sie intern mehr zu beschäftigen, als sie zugeben wollen: Der AfD-Bundesvorstand hat beim Umfrageinstitut Insa testen lassen, ob die Spendenskandale der Partei schaden.

Der Auswertung zufolge, die dem SPIEGEL vorliegt, hat das Thema "ein hohes Besorgnispotenzial bei AfD-Wählern": 39 Prozent stören sich an den Spendenaffären. Bei den "AfD-affinen Wählern", also jenen, die sich vorstellen können, AfD zu wählen, sind es sogar 45 Prozent. Das Institut warnt außerdem, dass "die Spendendiskussion" die am "stärksten zeitabhängige" sei: Sie könne verschwinden, aber auch an Bedeutung gewinnen, je nachdem, "ob sie noch weitere prominente Parteivertreter erfasst".

Im Vergleich: Die fehlende Abgrenzung der Partei vom "rechten Rand" sorgt bei 28 Prozent der AfD-Wähler für Unbehagen. Die Diskussion über eine Überwachung der Partei durch den Verfassungsschutz sehen 61 Prozent der bekennenden AfD-Wähler als Problem. Insa hat laut eigenen Angaben zwischen dem 28. März und 1. April 4000 Menschen online befragt.

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