Interne Umfrage Spendenaffären stören mehr als ein Drittel der AfD-Wähler

Die Ermittlungen gegen AfD-Politiker wegen möglicher illegaler Parteienfinanzierung schrecken auch geneigte Wähler ab. Das hat der Bundesvorstand erfragen lassen. Die Auswertung liegt dem SPIEGEL vor.

Jörg Meuthen und Alice Weidel
DPA

Jörg Meuthen und Alice Weidel

Von


Gleich drei prominente AfD-Politiker müssen sich wegen mutmaßlich illegaler Wahlkampfunterstützung rechtfertigen: Jörg Meuthen, Guido Reil, Alice Weidel. Staatsanwaltschaften ermitteln, die Bundestagsverwaltung prüft. Und nun folgen noch neue Ermittlungen gegen den Bundesschatzmeister Klaus Fohrmann.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 17/2019
Warum selbst Christen keinen Gott mehr brauchen

Doch während die Parteioberen öffentlich abwinken und die Affären kleinreden, scheint es sie intern mehr zu beschäftigen, als sie zugeben wollen: Der AfD-Bundesvorstand hat beim Umfrageinstitut Insa testen lassen, ob die Spendenskandale der Partei schaden.

Der Auswertung zufolge, die dem SPIEGEL vorliegt, hat das Thema "ein hohes Besorgnispotenzial bei AfD-Wählern": 39 Prozent stören sich an den Spendenaffären. Bei den "AfD-affinen Wählern", also jenen, die sich vorstellen können, AfD zu wählen, sind es sogar 45 Prozent. Das Institut warnt außerdem, dass "die Spendendiskussion" die am "stärksten zeitabhängige" sei: Sie könne verschwinden, aber auch an Bedeutung gewinnen, je nachdem, "ob sie noch weitere prominente Parteivertreter erfasst".

Im Vergleich: Die fehlende Abgrenzung der Partei vom "rechten Rand" sorgt bei 28 Prozent der AfD-Wähler für Unbehagen. Die Diskussion über eine Überwachung der Partei durch den Verfassungsschutz sehen 61 Prozent der bekennenden AfD-Wähler als Problem. Insa hat laut eigenen Angaben zwischen dem 28. März und 1. April 4000 Menschen online befragt.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht und welche Geschichten Sie bei SPIEGEL+ finden, erfahren Sie auch in unserem kostenlosen Politik-Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von den politischen Köpfen der Redaktion.



insgesamt 121 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
friedrich.grimm@gmx.de 19.04.2019
1. "Spendenaffären stören mehr als ein Drittel der AfD-Wähler"
In diesem Artikel sehe ich eher ein Wunschdenken interessierter Kreise. Wenn ich an all die Spendenskandale der CDU denke, bis hin zum Verfassungsbruch durch Kohl, dann müsste die CDU in Umfragen schon längst hinter der SPD oder gar der FDP liegen. Wobei die Letztgenannte in Spendenskandalen der CDU die Hand reichen kann.
isar56 19.04.2019
2.
Zitat von friedrich.grimm@gmx.deIn diesem Artikel sehe ich eher ein Wunschdenken interessierter Kreise. Wenn ich an all die Spendenskandale der CDU denke, bis hin zum Verfassungsbruch durch Kohl, dann müsste die CDU in Umfragen schon längst hinter der SPD oder gar der FDP liegen. Wobei die Letztgenannte in Spendenskandalen der CDU die Hand reichen kann.
So ist es. Auch wenn die AfD für mich nicht wählbar ist. Was Sie hier schreiben, war mein zweiter Gedanke zum Thema.
Xicht123 19.04.2019
3.
Das ist wieder so typisch. Die selbsternannten heilsbringer die den korrupten Sumpf des Mainstreams austrocknen wollten sind noch schlimmer. Wundert mich aber nicht. Letztendlich muss man Menschen nach dem bewerten was sie tun und nicht was sie sagen. Sagen tut die afd nur Blödsinn und tun? Taschen vollstopfen und hetzen... dann klingelt die Kasse
Xicht123 19.04.2019
4. @Friedrich Grimm
Das ist doch die Antwort auf alles bei bestimmten Leuten. "Jaja aber anderen". Schluss damit. Arsch hoch kriegen, für Fehler gerade stehen und beim nächsten mal besser machen. Das formt den Charakter.
Angelheart 19.04.2019
5. Zwei Drittel...
...aber offensichtlich nicht...alles klar?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.