Europaparlament AfD-Vize Gauland erwägt offenbar gemeinsame Fraktion mit Front National

Flirt am rechten Rand: AfD-Vize Gauland schlägt einem Zeitungsbericht zufolge eine enge Zusammenarbeit mit Marine Le Pens Front National vor. Einen Spitzenpolitiker seiner Partei hat er bereits auf seiner Seite.
Vize-AfD-Bundesvorsitzender Alexander Gauland

Vize-AfD-Bundesvorsitzender Alexander Gauland

Foto: Martin Schutt/ dpa

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, ist offenbar zur Kooperation seiner Partei mit dem rechtsextremen französischen Front National (FN) bereit.

"Man muss den FN ja nicht lieben, aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht", sagte Gauland der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung ". Sollte sich in naher Zukunft eine neue Europafraktion aus EU-kritischen Parteien gründen, befürworte er den Beitritt der AfD-Abgeordneten.

Zuvor hatte dem Bericht zufolge bereits der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke auf einem Landesparteitag dafür geworben, die Gemeinsamkeiten der AfD mit dem Front National zu betonen. Bereits im Dezember hatte er dem FN zu dessen Wahlsieg bei den französischen Regionalwahlen gratuliert.

Dafür sei Höcke im Dezember vom AfD-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen noch scharf kritisiert worden, schreibt die "FAZ". Meuthen habe dies demnach als "falsch und unangemessen" bezeichnet. Damals hatte der AfD-Bundesvorstand Höcke indirekt sogar den Austritt aus der Partei nahegelegt. Anlass waren Höckes Äußerungen über die "Reproduktionsstrategie" von Afrikanern.

Erst vergangene Woche konnte die AfD in Umfragen zulegen. Dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend zufolge kommt sie auf bundesweit 14 Prozent - der höchste Wert bislang.

apr/Reuters
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