AfD Gauland will mit Front National kooperieren - aber nur ein bisschen

Soll die AfD mit der französischen Rechtsaußen-Partei Front National zusammenarbeiten? Der Vize-Vorsitzende Gauland warnt, aber ganz verzichten will er dann doch nicht.
Alexander Gauland

Alexander Gauland

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

Die AfD und der Front National (FN) - nach Meinung des thüringischen Landeschef Bernd Höcke sollen sie eine Allianz schmieden. Vize-Parteichef Alexander Gauland geht das zu weit, aber ganz will er auf die französischen Rechten nicht verzichten.

Er sagt, eine Kooperation mit Front-National-Chefin Marine Le Pen im Europäischen Parlament sei für die AfD zwar kein Problem, weil beide Parteien für ein "Europa der souveränen Vaterländer" einträten. Das "innenpolitische Gesicht" der französischen Partei sehe aber ganz anders aus als das der AfD. "Bis vor kurzem war der Front National auch antisemitisch", sagte Gauland.

Zusammenarbeiten, aber nicht zu eng, scheint Gaulands Devise zu sein. "Ich würde es zum Beispiel nicht für sinnvoll halten, jetzt ein symbolträchtiges Treffen zwischen (den Parteichefinnen) Marine Le Pen und Frauke Petry zu organisieren", sagte er weiter.

Dafür hatte sich der thüringische AfD-Chef Höcke ausgesprochen. Noch Mitte April hatte Gauland sich offener gezeigt, er sagte damals: "Man muss den FN ja nicht lieben, aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht."

Der Europaabgeordnete Marcus Pretzell hatte sich nach seinem Ausschluss aus der konservativen EKR-Fraktion Anfang Mai der rechten EFN-Fraktion im Europäischen Parlament angeschlossen. Dieser Fraktion gehören neben der österreichischen FPÖ auch die italienische Lega Nord, die Front National und die niederländische PVV von Geert Wilders an. Die zweite AfD-Abgeordnete im Europäischen Parlament, Beatrix von Storch, wurde Mitglied der EFDD-Fraktion des britischen Rechtspopulisten Nigel Farage (Ukip).

heb/dpa
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