Debatte über AfD Henkel will Union auf Abstand halten

Eine Koalition mit der Union ist für ihn "völlig undenkbar": Hans-Olaf Henkel hat sich gegen eine Zusammenarbeit seiner AfD mit CDU und CSU ausgesprochen - solange diese am Euro festhielten.
Henkel: Er will sich der Union nicht "anbiedern"

Henkel: Er will sich der Union nicht "anbiedern"

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Berlin - Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Hans-Olaf Henkel hat seiner Partei empfohlen, auf Distanz zur Union zu bleiben. Eine Zusammenarbeit sei "völlig undenkbar, solange die CDU/CSU an ihrer leichtsinnigen Euro-Rettungspolitik" festhalte, sagte er der "Rheinischen Post".

Auf Länderebene und in den Kommunen müssten die jeweiligen Gremien selbst über ihre Haltung zur Union entscheiden. Er rate jedoch davon ab, "sich anzubiedern", so Henkel. Der 74-Jährige reagierte damit auf die Forderung aus dem rechten Flügel der Union, sich einer Zusammenarbeit mit der eurokritischen AfD nicht ganz zu verschließen.

Die hessische CDU-Politikerin Erika Steinbach hatte sich im SPIEGEL für eine Koalition mit der AfD ausgesprochen. "Die AfD ist nach meinen Beobachtungen eine rechtsstaatliche, demokratische Gruppierung und damit ebenso unser Konkurrent wie unser möglicher Partner", sagte Steinbach dem SPIEGEL. "In unserer Demokratie müssen die Parteien dazu bereit sein, mit allen demokratischen Gruppierungen zu koalieren, die nicht radikal oder gewaltbereit sind." Es werde gefährlich für die Demokratie, wenn Parteien anfingen, sich einander zu verweigern, warnte Steinbach.

Die AfD hatte bei der Europawahl sieben Prozent erreicht. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 nahm sie CDU und CSU über eine halbe Million Stimmen ab. Der Vorsitzende Bernd Lucke sprach daraufhin schon von einer "neuen Volkspartei in Deutschland". In diesem Jahr werden noch in Sachsen, Brandenburg und Thüringen neue Landtage gewählt.

In den vergangenen Monaten hatte es in der Union eine Debatte um den richtigen Umgang mit den Eurokritikern gegeben. Entschieden gegen eine mögliche Koalition sprach sich Unionsfraktionschef Volker Kauder aus. "Mit denen möchte ich nicht in Talkshows sitzen", sagte er der "Welt" . Es gebe Hinweise, dass "größere Teile der AfD sehr weit rechts verortet sind".

kes/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.