Afghanistan Abschiebeflug aus Deutschland in Kabul eingetroffen

Ein Flugzeug mit elf Asylsuchenden aus Deutschland ist in Kabul gelandet. Trotz der angespannten Sicherheitslage im Land sind bereits Hunderte Menschen nach Afghanistan abgeschoben worden.

Sammelabschiebung nach Kabul (Archiv)
DPA

Sammelabschiebung nach Kabul (Archiv)


Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten. Dennoch ist erneut ein Flugzeug mit abgelehnten Asylsuchenden aus Deutschland in Kabul eingetroffen. Beamte am Flughafen teilten mit, die Maschine sei um 6.30 Uhr Ortszeit mit elf abgeschobenen Afghanen an Bord gelandet.

Es war die 25. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Bei den bisherigen 24 Abschiebungen hatten Bund und Länder 589 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Nach einer Sammelabschiebung im Juli vergangenen Jahres beging einer der 69 Männer kurz nach seiner Ankunft in Kabul Suizid - und befeuerte damit die Debatte über die umstrittenen Abschiebungen.

Kritiker weisen darauf hin, dass die Sicherheitslage in Afghanistan weiter angespannt ist. Der Krieg gegen die radikalislamischen Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) fordert täglich Opfer. Insgesamt starben einem Uno-Bericht zufolge von Januar bis Ende März 581 Zivilisten in dem Konflikt, 1192 wurden verletzt. Das waren 23 Prozent weniger Opfer als im gleichen Vorjahreszeitraum. Seit Anfang Mai stieg die Zahl der Angriffe und Gefechte allerdings erneut.

Gleichzeitig gibt es Bemühungen, den Konflikt politisch zu lösen. Bisher gab es mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der USA und hochrangigen Taliban. Diese sollen zu direkten Gesprächen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban führen.

asc/dpa



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