Bundestagsradar Diese Abgeordneten stimmten gegen den Afghanistan-Einsatz

Der Bundestag hat den Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan vorerst gestoppt. 480 Abgeordnete stimmten dafür, 112 waren dagegen. Auch bei der CDU stimmte einer mit Nein.

Die Sicherheitslage in Afghanistan bleibt extrem angespannt, immer mehr Menschen machen sich wegen der massiven Bedrohung durch die Taliban und wegen fehlender Perspektive auf den Weg nach Europa. Auf diese Entwicklung hat der Bundestag nun reagiert: Der Abzug deutscher Soldaten vom Hindukusch ist vorerst gestoppt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte, dass die Nato sich beim Abzug verschätzt habe. "Der ursprüngliche Plan war zu ehrgeizig, er war zu schnell", sagte sie. "Es hat die Taliban ermutigt."

Der 2001 begonnene Kampfeinsatz war vor knapp einem Jahr beendet und durch die Ausbildungs- und Unterstützungsmission der Nato, "Resolute Support", abgelöst worden. Ursprünglich war geplant, dass sich die internationalen Truppen schon 2016 in die Hauptstadt Kabul zurückziehen. Jetzt sollen 12.000 Soldaten über das ganze Land verteilt bleiben.

Das Parlament stimmte nun für die Aufstockung der Bundeswehrtruppe vor Ort - von 850 auf bis zu 980 Soldaten im kommenden Jahr. Das Ergebnis war eindeutig: 480 Abgeordnete stimmten dafür, 112 dagegen, zehn enthielten sich.

Union und SPD votierten mit großer Mehrheit dafür: Lediglich ein CDU-Politiker verließ seine Parteilinie, bei den Sozialdemokraten stimmten sogar 17 Abgeordnete dagegen. Die Linke sagte geschlossen nein. Auch die Grünen lehnten das Mandat mehrheitlich ab, 19 Oppositionsmitglieder stimmten jedoch dafür. Wer stimmte mit Nein? Wer enthielt sich?

Alle Antworten finden Sie hier im Bundestagsradar:

Bundestagsradar

Haben Sie Fragen an Ihren Abgeordneten? Dann stellen Sie diese - mithilfe des Politik-Portals abgeordnetenwatch.de , das die Grafiken zusammen mit SPIEGEL ONLINE erstellt hat. Klicken Sie einfach auf den jeweiligen Parlamentarier.

Auch der Bundeswehreinsatz im Mittelmeer wird fortgesetzt - obwohl die Regierung ihn nicht mehr für zeitgemäß hält. Mit großer Mehrheit beschloss der Bundestag, dass bis zum 15. Juli 2016 weiterhin 500 Soldaten an der vor 14 Jahren beschlossenen Nato-Operation teilnehmen können. Die große Koalition hofft darauf, dass der Einsatz in diesem Zeitraum reformiert wird.

vek/cut
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.