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Hausmitteilung Afghanistan, Donald Trump, Jérôme Boateng und Kasia Lenhardt

aus DER SPIEGEL 34/2021

Afghanistan

Foto:

Christian Werner / Der Spiegel

Im Sommer 2002, sechs Monate nach dem Sieg der amerikanischen Truppen über die Taliban, kam SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter zum ersten Mal nach Afghanistan. Die US-Luftwaffe hatte gerade eine Hochzeitsfeier bombardiert. Dennoch war die Stimmung im Land heiter. »Alles schien möglich damals«, so Reuter. Doch ein gerechter Staat wurde Afghanistan nie. Die Taliban kehrten zurück, der Krieg begann erneut. 2008 zog Reuter nach Kabul, berichtete als damals einziger deutscher Korrespondent drei Jahre lang aus dem Land und reiste später immer wieder nach Afghanistan. Mitte Juli erst kam er aus Kabul zurück. »Alle spürten, dass die Welt der vergangenen 20 Jahre bald untergehen würde«, sagt Reuter. »Dass es so bald geschehen würde, ahnte niemand.« Am vergangenen Sonntag tauchten die Taliban wie ein Ameisenheer überall in Kabul auf, die Regierung kapitulierte kampflos.

Wie konnten so viele Nationen, darunter Deutschland, in Afghanistan scheitern? Ein Dutzend SPIEGEL-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter rekonstruierte, wie es dazu kommen konnte, ein Team des Hauptstadtbüros recherchierte anhand von vertraulichen Regierungsdokumenten, wie einige deutsche Ministerien eine rechtzeitige Evakuierung der afghanischen Ortskräfte blockierten. »Der Krisenstab reagierte langsam, weil man die Lage falsch einschätzte«, sagt Reporter Matthias Gebauer, der seit 2003 Dutzende Male nach Afghanistan gereist ist und die Bundeswehr-Mission beobachtet hat. Melanie Amann und Christoph Schult sprachen mit Außenminister Heiko Maas (SPD) darüber, was das Afghanistan-Debakel für künftige Auslandseinsätze der Bundeswehr bedeutet. Maas will, dass die Nato politischer wird und nicht nur die Entscheidungen der Amerikaner umsetzt. Der Minister wirkte ernüchtert. Er erzählte, er sei am Mittwoch zu einer Filmpremiere eingeladen gewesen, habe aber abgesagt, nachdem Merkel für ihren Frohsinn-Auftritt bei einer Kinopremiere am Montag kritisiert worden war.

Trump

Foto: Sara Naomi Lewkowicz / DER SPIEGEL

Bereits im Coronajahr 2020 hatte USA-Korrespondent Marc Pitzke für den SPIEGEL mit Mary Trump gesprochen, der Nichte von Donald Trump. Damals nur per Videochat. Während des Interviews drängte sich Trumps Papagei Sebastian stolz ins Bild. Diesmal traf Pitzke die Psychologin und Bestsellerautorin in ihrer Wohnung in New York, Sebastian blieb hinter einer verschlossenen Tür. Trump, deren 1981 verstorbener Vater Fred Trump Jr. der ältere Bruder des späteren US-Präsidenten war, erzählt von dem anhaltenden Trauma, das ihr Onkel nicht nur ihr zugefügt hat, sondern den gesamten USA. Sie verlasse bis heute nur ungern das Haus, aus Angst, erkannt und angefeindet zu werden. Und die Gefahr, dass Donald Trump noch einmal die Macht erobert, sei keineswegs gebannt, sagt sie.

Boateng

Foto: Dominik Butzmann

Am 9. Februar nahm sich in Berlin eine junge Frau das Leben. Ihr Name: Kasia Lenhardt. Das Model, 25, war mit dem Fußballer Jérôme Boateng liiert gewesen. In einem »Bild«-Interview hatte dieser angebliche Gründe für die Trennung öffentlich gemacht und unter anderem behauptet, Lenhardt habe ihn erpresst. Das Interview entfachte im Internet einen Shitstorm gegen Lenhardt. Die Redakteurinnen Antje Windmann (M.) und Nora Gantenbrink (r.) recherchierten im Umfeld der beiden, sprachen auch mit der Mutter Adrianna Lenhardt, um die Hintergründe des Todes ihrer Tochter besser zu verstehen.

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