Eliteeinheit der Bundeswehr Afghanistan-General Meyer wird neuer KSK-Kommandeur

Der skandalgeplagte Bundeswehr-Eliteverband bekommt einen neuen Chef: General Ansgar Meyer, aktuell Kommandeur des letzten deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan. Er soll Reformen im KSK vorantreiben.
Brigadegeneral Ansgar Meyer

Brigadegeneral Ansgar Meyer

Foto: Hf Rene Teich / Bundeswehr / dpa

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer erhält das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, doch die Spitze der umstrittenen Eliteeinheit wird umgebaut. Der Chef des letzten deutschen Einsatzkontingents in Afghanistan, Brigadegeneral Ansgar Meyer, wird neuer Kommandeur des KSK.

Meyer löst zum 1. September Brigadegeneral Markus Kreitmayr ab, der den Verband nach gut drei Jahren an der Spitze verlässt und auf einen Schreibtischposten im Streitkräfteamt wechselt. Kramp-Karrenbauer unterrichtete am frühen Morgen die Obleute des Verteidigungsausschusses über die Personalentscheidung.

Kreitmayr leitet einen als erfolgreich bewerteten Reformprozess des KSK nach rechtsradikalen Vorfällen. Er ist aber selbst in die Kritik geraten, weil er im KSK eine Sammelaktion für verschwundene und nicht nach den Regeln aufbewahrte Munition veranlasst hatte (lesen Sie hier mehr).

Die Staatsanwaltschaft Tübingen prüft den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen Paragraf 40 des Wehrstrafgesetzes, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Matthias Grundke Anfang April erklärt hatte. Dies sei vergleichbar mit dem Straftatbestand der Strafvereitelung. Bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt Kreitmayr als unschuldig. Er hat sich zu dem Sachverhalt bislang nur intern, nicht aber öffentlich geäußert.

»Klar ist, dass wir die einzigartigen militärischen Fähigkeiten brauchen, die im KSK vorhanden sind«, sagte die CDU-Politikerin zum Erhalt des KSK. »Geht der Verband den eingeschlagenen Weg konsequent weiter, wird er auch künftig ein strategisches Instrument der Sicherheitsvorsorge im nationalen Rahmen und im Verbund mit unseren Partnern sein.«

Die Ministerin hatte den Verband am Montag in seiner Heimatkaserne in Baden-Württemberg besucht. »Nach meinem gestrigen Besuch in Calw und den Gesprächen mit den Männern und Frauen des KSK bin ich überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich habe wahrgenommen, dass im Verband ein positiver Wandel eingesetzt hat«, so Kramp-Karrenbauer. »Die Regeln, die für die gesamte Bundeswehr gelten, werden jetzt auch vom KSK eingehalten. Die über 60 Maßnahmen für die Reform beginnen zu greifen und der Reformauftrag wird in Calw mit Leben gefüllt.«

als/mgb/dpa
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