Afghanistan SPD-Politiker fordern Tornado-Abzug

Die kritischen Stimmen innerhalb der SPD zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wollen nicht verstummen. Nun fordern Ex-Familienministerin Schmidt und der Parteilinke Wodarg den Abzug deutscher Aufklärungs-Tornados.

Hamburg - Die ehemalige Familienministerin Schmidt und der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg (beide SPD) drängen auf ein Ende des Tornado-Einsatzes über Afghanistan. In den Augen der afghanischen Bevölkerung sei das derzeitige Engagement "ein Symbol dafür, dass wir in unserer Strategie einen Wechsel hin zum Militärischen vollzogen haben", sagte die SPD-Abgeordnete Schmidt dem "Tagesspiegel". Schmidt fordert ihre Partei auf, im Herbst sehr ernsthaft zu prüfen, ob die deutsche Vorgehensweise im von den USA geführten Anti-Terror-Einsatz noch die richtige sei.

Auch Wodarg hält die Vermischung deutscher humanitärer Hilfen mit den im Rahmen der Operation "Enduring Freedom" laufenden militärischen Aktivitäten für gefährlich und verlangt daher einen sofortigen Stopp der Tornadoflüge über Afghanistan. Es sei notwendig, die Kampfjets zurückzuholen, um eine weitere Zuspitzung der Situation zu vermeiden, sagte das Mitglied im Entwicklungshilfeausschuss heute in Berlin.

Die Menschen in Afghanistan könnten kaum noch trennen zwischen einerseits der humanitären Hilfe - wie beispielsweise der Ausbildung von Polizisten oder dem Bau von Wasserleitungen - und dem Tornado-Einsatz andererseits. Letzterer diene vor allem im Süden des Landes indirekt dem Kampf gegen die Taliban. "Durch unsere Mithilfe bei der fragwürdigen Anti-Terror-Mission der USA diskreditieren wir unsere zivile Mission und setzen sie nicht hinnehmbaren Gefahren aus", argumentierte Wodarg.

Neben der gesamten Linksfraktion um Gregor Gysi und Oskar Lafontaine hatten auch Schmidt und Wodarg gemeinsam mit 67 weiteren SPD-Abgeordneten am 9.März gegen den Tornado-Einsatz der Bundeswehr gestimmt.

des/reuters/ddp

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