Vorläufiges Endergebnis Parteilose Weigand zur Landrätin im Ahrtal gewählt

Sechs Monate nach der Flutkatastrophe hat der Kreis Ahrweiler mit Cornelia Weigand eine neue Landrätin. Die Parteilose konnte sich 50,2 Prozent der Stimmen sichern. Gegen ihren Vorgänger laufen derweil Ermittlungen.
Cornelia Weigand hatte das Krisenmanagement der Flutkatastrophe im Ahrtal stark kritisiert

Cornelia Weigand hatte das Krisenmanagement der Flutkatastrophe im Ahrtal stark kritisiert

Foto: Thomas Frey / dpa

Der rheinland-pfälzische Kreis Ahrweiler hat eine neue Landrätin: Direkt im ersten Anlauf sicherte sich die parteilose Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr, Cornelia Weigand, den Posten. Wie die Kreisverwaltung Ahrweiler auf ihrer Website mitteilte , kam Weigand nach vorläufigem Endergebnis auf 50,2 Prozent der Stimmen. Der erste Kreisbeigeordnete Horst Gies (CDU) belegte demnach mit 28,2 Prozent der Stimmen abgeschlagen den zweiten Platz.

Weigand ist seit rund zweieinhalb Jahren Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr. Die 50-jährige Biologin wurde nach der Flutkatastrophe überregional bekannt, weil sie das Krisenmanagement stark kritisierte. Sie lebt nach eigenen Angaben seit 2013 im Ahrtal.

Die Wahlbeteiligung wurde mit 48,1 Prozent angegeben. Die CDU Rheinland-Pfalz räumte die Niederlage von Gies im Onlinedienst Twitter ein und gratulierte Weigand zu ihrer Wahl.

Ermittlungen gegen bisherigen Landrat Pföhler laufen weiter

Gies ist seit 2011 Abgeordneter im Mainzer Landtag und vertrat seit August 2021 den bisherigen Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), der Ende Oktober in den Ruhestand versetzt wurde.

Pföhler war nach der verheerenden Flutkatastrophe Mitte Juli in die Kritik geraten. In Rheinland-Pfalz wurden insbesondere im Ahrtal viele Gemeinden verwüstet, 134 Menschen kamen ums Leben. Im August kündigte Pföhler an, sein Amt absehbar krankheitsbedingt nicht mehr ausüben zu können. Später beantragte er nach Angaben einer Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion seine dauerhafte Dienstunfähigkeit.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte Anfang August Ermittlungen gegen ihn und ein weiteres Mitglied des Krisenstabs eingeleitet. Als Grund wurde der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen genannt.

atb/AFP