Aigner im Kurzporträt "Jeder Schritt ist hart umkämpft"

Eine Nachwuchshoffnung der CSU soll das Verbraucherschutzministerium leiten: Ilse Aigner gilt als Nachfolgerin für Horst Seehofer im Kabinett der Großen Koalition. Die politische Karriere von Frauen bei den Christsozialen hält die 43-Jährige nicht für selbstverständlich.


München - Wenn es um Karrierechancen in der CSU ging, fiel ihr Name zuletzt häufig - wer über Nachwuchshoffnungen in der CSU sprach, hatte immer auch Aigners Namen auf dem Zettel. Als mögliche Generalsekretärin wurde Ilse Aigner gehandelt, auch bei der Frage, wer Nachfolger von Horst Seehofer im Amt des Bundesministers für Landwirtschaft und Verbraucherschutz werden könnte, war der Name der 43-jährigen Bundestagsabgeordneten stets dabei.

Ilse Aigner im Bundestag: Die CSU-Politikerin soll neue Landwirtschaftsministerin werden
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Ilse Aigner im Bundestag: Die CSU-Politikerin soll neue Landwirtschaftsministerin werden

Seit diesem Donnerstag steht die Personalie fest: Aigners Dienstort wird Berlin sein. Die Bildungs- und Forschungspolitikerin soll als Landwirtschaftsministerin ins Kabinett der Großen Koalition rücken, heißt es in CSU-Kreisen.

Aigner kennt sich in dem Themenkomplex aus: Mit Agrarpolitik beschäftigte sie sich bereits im Bundestag - von 2002 bis 2005 war sie Berichterstatterin für den Landwirtschaftshaushalt und warnte vor finanziellen Kahlschlägen in der Landwirtschaft.

Dass eine Frau für die konservative CSU als Ministerin nach Berlin geht, dürfte selbst Aigner nicht für selbstverständlich halten. "Jeder Schritt ist hart erkämpft", sagte Aigner einmal über die Rolle und die Chancen von Frauen bei den Christsozialen.

Ihre politische Karriere begann Aigner in der Jungen Union Bayern. Von 1993 bis 1999 war sie JU-Vizevorsitzende und ist seitdem stellvertretende Chefin des CSU-Bezirks Oberbayern. Von 1994 bis 1998 saß Aigner im Bayerischen Landtag, 1998 wurde sie in den Bundestag gewählt. Aigner erhielt damals 59,7 Prozent der Erststimmen und vertritt als Direktkandidatin den Wahlkreis Starnberg, Miesbach und Bad Tölz - Wolfratshausen. Eine Region Deutschlands, die "stark landwirtschaftlich geprägt" sei, wie Aigner auf ihrer Homepage schreibt.

Zur Parteispitze gehört sie seit vergangenem Jahr als Schriftführerin. Sie gilt als beliebt, nicht nur im Wahlkreis, sondern auch in der CSU-Landesgruppe.

Aigner erwarb sich Berufspraxis im elterlichen Elektro-Handwerksbetrieb, wurde Elektrotechnikerin und arbeitete bei Eurocopter, wo sie Systemelektrik für Hubschrauber mitentwickelte. In der CSU-Landesgruppe im Bundestag hat sie sich auch schon mit Weltraumforschung beschäftigt.

hen/dpa/AP



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