Airbus-Absturz Merkel sagt alle Termine ab

Angela Merkel zeigt sich tief erschüttert über den Absturz der Germanwings-Maschine. Die Kanzlerin sagte alle Treffen ab. Bundespräsident Gauck sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Kanzlerin Merkel: "Tief erschüttert"
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Kanzlerin Merkel: "Tief erschüttert"


Berlin - Kanzlerin Angela Merkel hat vorerst alle Termine abgesagt. Sie werde sich in den kommenden Stunden über die Entwicklung auf dem Laufenden halten, hieß es. Am frühen Nachmittag wollte sie sich im Bundeskanzleramt öffentlich zu dem Flugzeugabsturz über Frankreich äußern, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Kanzlerin sei "tief erschüttert".

Merkel habe bereits mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande und dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy telefoniert.

Hollande hatte Merkel nach Angaben des Elysée-Palasts in dem Telefonat seinen Beistand zugesichert. Demnach sind die deutsche Botschafterin in Paris, Susanne Wasum-Rainer, und der französische Innenminister Bernard Cazeneuve auf dem Weg zum Ort des Absturzes. Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und deutsche Flugunfall-Experten brachen dorthin auf.

Der Airbus A320 der deutschen Fluggesellschaft Germanwings war am Vormittag in Südfrankreich in der Region von Barcelonnette aus bislang noch ungeklärter Ursache abgestürzt. Nach Angaben der französischen Behörden kamen alle 150 Menschen an Bord ums Leben.

Die Maschine befand sich auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf. Hollande sagte, es sei wahrscheinlich, "dass es eine große Zahl deutscher Opfer gibt".

Bundespräsident Joachim Gauck sagte während eines Staatsbesuchs in Peru, seine Gedanken seien bei den Familienangehörigen und Freunden der vielen Opfer. "Ihnen gilt meine tief empfundene Anteilnahme. Mögen sie in dieser schweren Zeit Kraft und Trost finden." Gauck dankte allen, "die nun an verschiedensten Stellen Hilfe leisten und den Betroffenen zur Seite stehen".

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zeigte sich ebenfalls schockiert. "Ich hoffe, dass doch noch jemand überlebt hat", sagte die SPD-Politikerin. "Aber alles, was wir hören, klingt nicht danach." Innen- und Verkehrsminister des Landes seien unterwegs zum Absturzort. Die Kabinettssitzung finde nicht statt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprach auf Twitter von einer schrecklichen Nachricht: "Unsere Gedanken sind bei denjenigen, die darum fürchten müssen, dass ihre Angehörigen unter den Opfern sind."

Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel übermittelte den Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes sein Mitgefühl. "Wir alle sind fassungslos angesichts dieser schrecklichen Katastrophe, die so viele Menschen aus dem Leben gerissen hat", sagte Gabriel in Berlin. Die Angehörigen der Opfer bräuchten jetzt jede mögliche Unterstützung. "Ganz persönlich und im Namen der deutschen Sozialdemokratie drücke ich meine tiefe Trauer aus."

Die Fluggesellschaft Air Berlin drückte ihr Mitgefühl aus. "Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Crew von Flug 4U-9525, bei ihren Familien und Freunden", hieß es in einer auf Englisch verfassten Mitteilung im Kurznachrichtendienst Twitter.

Air Berlin bedient wie die Lufthansa-Tochter Germanwings auch die Strecke Düsseldorf-Barcelona.

ler/dpa/AFP



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