AKW-Gegner Reaktorgefäß erreicht Zwischenlager mit Verspätung

Es gab zwar Verzögerungen, aber letztlich waren die Proteste vergebens: Der umstrittene Transport eines Reaktordruckbehälters aus dem AKW Rheinsberg in Brandenburg hat das Zwischenlager Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern erreicht.


Lubmin - Der von einem 15 Zentimeter dicken Stahlmantel umgebene Reaktorbehälter traf nach 13-stündiger Fahrt mit einem Spezialwaggon der Bahn im Zwischenlager in Lubmin bei Greifswald ein. Zwölf Atomkraftgegner wurden den Angaben zufolge vorübergehend in Gewahrsam genommen. Sie hatten für kurze Zeit die Gleise blockiert, die Weiterfahrt behindert und damit für eine zweistündige Verspätung gesorgt.

Spezialwagen auf dem Weg nach Lubmin: Zwei Stunden Verspätung
DPA

Spezialwagen auf dem Weg nach Lubmin: Zwei Stunden Verspätung

Gegner des Transports hatten massive Bedenken gegen die Sicherheit der Brücken auf der rund 290 Kilometer langen Strecke geäußert. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete den Transport auf der insgesamt knapp 300 Kilometer langen Bahnstrecke.

Das Rheinsberger Atomkraftwerk sowjetischer Bauart war am 9. Mai 1966 offiziell in Betrieb genommen worden und lieferte bis zu seiner Abschaltung am 1. Juni 1990 eine elektrische Leistung von 70 Megawatt - genug für eine Stadt von der Größe Leipzigs. In Lubmin befindet sich auf dem Gelände des zweiten ehemaligen DDR-Atomkraftwerks das Zwischenlager Nord, wo der Druckbehälter eingelagert werden soll.

In der Halle des Zwischenlagers soll die Reaktorhülle mindestens 40 Jahre lang abklingen. Erst dann wird das Gefäß zerlegt.

als/ddp/dpa



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