Impfstreit in Bayern Dobrindt wirft Aiwanger »Niveau der Querdenker« vor

Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger will sich nicht gegen Corona impfen lassen, darüber gibt es Streit in der bayerischen Landesregierung. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat ihn nun scharf kritisiert.
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt

Foto: Lukas Barth-Tuttas / EPA

Im Impfstreit der bayerischen Regierungskoalition hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt den stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger angegriffen. »Er hat in Stil und Sprache inzwischen das Niveau der Querdenker erreicht«, sagte Dobrindt der Mediengruppe »Straubinger Tagblatt« und »Abendzeitung«. »Ich rate ihm dringend, das zu überdenken.«

Dobrindt warf Aiwanger weiter vor, er versuche offenbar wider besseres Wissen, den Eindruck von hoher Gefährlichkeit bei Impfstoffen zu erwecken. »Auch das ist Stil der Querdenker-Bewegung.«

Kritik kam bereits von Söder

Aiwanger ist bayerischer Wirtschaftsminister und Chef der Freien Wähler. Er hat sich bisher nicht gegen das Coronavirus impfen lassen – trotz der Impfappelle der Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der hatte dem SPIEGEL zuvor mit Blick auf seinen Vize gesagt : »Wer glaubt, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlässt die bürgerliche Mitte und nimmt am Ende selbst Schaden.« Er mache sich Sorgen, so Söder weiter – Aiwanger wandele »auf einem schmalen Grat«.

Aiwanger sagte daraufhin der »Bild«-Zeitung: »Ich wurde vor laufender Kamera zu meinem Impfstatus gefragt und vertrete die Meinung, dass Impfen ein wichtiger Baustein der Corona-Bekämpfung ist, aber trotzdem eine persönliche Entscheidung bleiben muss. Das hat nichts mit Schamanentum oder Querdenken zu tun, sondern ist ein persönliches Freiheitsrecht

Bayerns Impfquote liegt unter dem Bundesdurchschnitt

Er begründete seinen Verzicht mit angeblich drohenden Nebenwirkungen. »Man muss auch kein Geheimnis darum machen, dass man auch im persönlichen Umfeld von Fällen hört, die massive Impfnebenwirkungen haben«, sagte Aiwanger im Deutschlandfunk . Näher benennen wollte Aiwanger diese Fälle nicht.

Bayerns Impfquote liegt unter dem Bundesdurchschnitt, deshalb wirbt Ministerpräsident Söder seit Monaten vehement für mehr Impfungen in dem Freistaat.

muk/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.