AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat sich impfen lassen

Auf ihrem Bundesparteitag verwies die AfD auf mögliche Gesundheitsgefahren bei Impfstoffen auf mRNA-Basis. Fraktionschef Alexander Gauland hat sich nun impfen lassen – im Netz sorgt das für sehr unterschiedliche Reaktionen.
Alexander Gauland im Bundestag: Zuletzt war er noch skeptisch, was Impfungen angeht

Alexander Gauland im Bundestag: Zuletzt war er noch skeptisch, was Impfungen angeht

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Olaf Scholz: Einige Spitzenpolitikerinnen und -politiker haben sich in den vergangenen Tagen gegen das Coronavirus impfen lassen – naheliegenderweise, könnte man sagen, schließlich sind die drei genannten 62 bis 66 Jahre alt und damit tendenziell stärker gefährdet als jüngere Menschen. Bei einem weiteren prominenten Geimpften jedoch, der sogar bereits 80 ist, wundern sich seit Freitagabend zahlreiche Social-Media-Nutzerinnen und -Nutzer über dessen Impfentscheidung.

Unter Hashtags wie #Gaulandistgeimpft wurde auf Plattformen wie Twitter die Impfung von AfD-Fraktionschef Alexander Gauland thematisiert, Überraschung mischte sich dabei mit Spott. Dabei wurde vor allem auf die Rolle von Gaulands AfD in der Pandemie verwiesen, denn seit Beginn der Pandemie war es immer wieder vorgekommen, dass Vertreterinnen und Vertreter der AfD die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht, herunterspielten. Viele Kommentare gingen daher in die Richtung von Sprüchen wie »Wer lässt sich gegen eine Krankheit impfen, die es gar nicht gibt?«

Einige Nutzerinnen und Nutzer mahnten aber auch zur Mäßigung und schrieben beispielsweise  »Na und? Ich gönne jedem seine Impfung, auch wenn er vorher blöd herumlabert. Es ist einfach gut für alle, wenn möglichst viele geimpft sind, auch die Gaulands dieser Welt.«

Welchen Impfstoff Gauland bekam, ist unbekannt

Auf ihrem Bundesparteitag in Dresden hatte die AfD erst am vergangenen Wochenende eine Erklärung verabschiedet, in der sie die Bundesregierung und die Landesregierungen auffordert, »hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Gefahren und Langzeitfolgen der ungewöhnlich schnell zugelassenen, erstmalig auf mRNA basierenden Impfstoffe die Bevölkerung keinerlei Risiken auszusetzen«.

In einer sogenannten »Corona-Resolution« der AfD, in der auch ein sofortiges Ende des Lockdowns gefordert wird, heißt es weiter: »Die Meldungen über alarmierend hohe Nebenwirkungen aus verschiedenen Ländern müssen ernst genommen werden, die auffällig vielen Corona-Ausbrüche und erhöhten Sterberaten nach Impfungen in Heimen untersucht werden. Die Bevölkerung ist über bestehende Risiken transparent und unvoreingenommen aufzuklären.«

Am Freitagabend machte dann die Nachricht die Runde, dass sich nun auch Gauland habe impfen lassen. Ein Mitarbeiter der Fraktionschefs teilte dazu mit, der AfD-Ehrenvorsitzende habe die Vakzine bereits am Donnerstag erhalten. Zu der Frage, welcher Impfstoff ihm verabreicht wurde, wolle sich Gauland nicht äußern. »Das sieht er als persönliche Angelegenheit an«, so sein Mitarbeiter. Merkel, Steinmeier und Scholz hatten jeweils mitgeteilt, dass sie mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurden.

Alexander Gauland selbst hatte im Dezember gesagt , er habe sich »noch keine Gedanken darüber gemacht, ob ich mich impfen lassen werde oder nicht«. Im März sagte Gauland im Bundestag , es liege im deutschen Interesse, dass »zuerst die Bürger dieses Landes geimpft werden, natürlich auf freiwilliger Basis«: »Jede Art von Impfzwang, auch den indirekten, lehnen wir ab.«

mbö/dpa