Vergifteter Kremlkritiker Nawalny aus stationärer Behandlung entlassen

Insgesamt 32 Tage wurde der vergiftete Kremlkritiker Alexej Nawalny in der Berliner Charité behandelt. Nun hat sich sein Zustand so weit gebessert, dass er das Krankenhaus verlassen konnte.
Kremlkritiker Alexej Nawalny (Archiv)

Kremlkritiker Alexej Nawalny (Archiv)

Foto: Anadolu Agency / Getty Images

Der russische Kremlkritiker Alexej Nawalny ist gestern aus der stationären Behandlung in der Berliner Charité entlassen worden. "Der Gesundheitszustand des Patienten hat sich so weit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte", teilte das Krankenhaus auf Twitter mit.

Nawalny wurde nach einem Giftanschlag insgesamt 32 Tage in dem Krankenhaus behandelt. Davon verbrachte er 24 Tage auf einer Intensivstation. "Die behandelnden Ärzte halten auf Grund des bisherigen Verlaufs und des aktuellen Zustandes des Patienten eine vollständige Genesung für möglich", hieß es in einer Pressemitteilung , die die Charité auf ihrer Website veröffentlichte. Eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung könnten aber erst im weiteren Verlauf beurteilt werden.

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Der Kremlkritiker war am 20. August auf einem Flug vom sibirischen Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Zunächst wurde Nawalny nach einer Notlandung in einem Krankenhaus im sibirischen Omsk behandelt, zwei Tage später wurde er auf Drängen seiner Familie und seiner Unterstützer nach Deutschland geflogen und zur Behandlung in die Charité gebracht.

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Zuletzt hatte der 44-Jährige seinen Weg der Genesung mit mehreren Instagram-Fotos dokumentiert. Er dankte bereits in einer am Samstag veröffentlichten Nachricht den "brillanten Ärzten" der Klinik. Noch vor Kurzem aber habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Reden gehe. "Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll."

Nawalny wies dabei auch darauf hin, dass es noch viele Probleme zu lösen gebe. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. "Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion."

Labors in Frankreich wie auch in Schweden bestätigten den Befund eines Speziallabors der Bundeswehr, wonach der prominente Kritiker des russischen Staatschefs Wladimir Putin "zweifellos" mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Die Substanz war in der früheren Sowjetunion entwickelt worden. Moskau weist den Verdacht vehement zurück, staatliche russische Stellen könnten Nawalny gezielt vergiftet haben.

mfh
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