Vorteilsannahme und Bestechlichkeit Ex-OB von Ingolstadt zu Bewährungsstrafe verurteilt

Als Oberbürgermeister von Ingolstadt war Alfred Lehmann am Verkauf einer ehemaligen Kaserne und einer früheren Klinik beteiligt - später erwarb der CSU-Mann dort selbst Wohnungen. Für den Deal wurde er nun verurteilt.

Alfred Lehmann (CSU), ehemaliger Oberbürgermeister von Ingolstadt
Manfred Geiger/DPA

Alfred Lehmann (CSU), ehemaliger Oberbürgermeister von Ingolstadt


Das Ingolstädter Landgericht hat den ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt, Alfred Lehmann (CSU), wegen Vorteilsannahme und Bestechlichkeit schuldig gesprochen. Der Politiker wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, teilte das Gericht mit.

Lehmann hatte in dem Prozess zugegeben, beim Kauf mehrerer Wohnungen Vorzugspreise erhalten zu haben. Die Immobilienkäufe standen im Zusammenhang mit zwei Sanierungsprojekten der Stadt. Lehmann war als Amtsträger am Verkauf einer ehemaligen Kaserne und des früheren Krankenhauses beteiligt, später erwarb er selbst Wohnungen in den modernisierten Anlagen.

Der 69-Jährige hatte im Prozess zunächst alle Vorwürfe bestritten. Erst als das Gericht nach monatelanger Verhandlung klargemacht hatte, dass ohne Geständnis eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung denkbar sei, räumte er ein, Vergünstigungen erhalten zu haben, die er nicht hätte annehmen dürfen.

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Gefängnis für den Ex-Rathauschef gefordert. Die Verteidiger hatten auf eine Bewährungsstrafe unter zwölf Monaten plädiert. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, würde Lehmann seine Pensionsansprüche verlieren. Der Staat wird bei Lehmann zudem etwa 380.000 Euro einziehen. Damit sollen die finanziellen Vorteile Lehmanns abgeschöpft werden.

vks/dpa



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