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15. Februar 2009, 13:01 Uhr

Alkoholmissbrauch

Von der Leyen fordert Verbot von "Flatrate-Partys"

Der Alkoholmissbrauch von Jugendlichen nimmt zu, und Bundesfamilienministerin von der Leyen will dem einen Riegel vorschieben: Die CDU-Politikerin fordert ein gesetzliches Verbot sogenannter "Flatrate-Partys". Sie selbst setzt zu Hause zusätzlich auf Erziehen durch Vorbildsein.

Berlin - Im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen spricht Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Klartext: Sogenannte Flatrate-Partys sollen streng verboten werden. Hier seien die Kommunen gefragt, sagte von der Leyen der "Bild am Sonntag". "Das Gesetz gibt ihnen die Möglichkeit, Flatrate-Partys zu verbieten, bei denen es zu einem Festpreis unbegrenzt alkoholische Getränke gibt", sagte die CDU-Politikerin.

Familienministerin von der Leyen: "Du bist auch cool, wenn du nicht angeschickert bist"
DDP

Familienministerin von der Leyen: "Du bist auch cool, wenn du nicht angeschickert bist"

Einige Gemeinden hätten dies bereits getan, sagte von der Leyen. "Ich kann nur an die anderen Kommunen appellieren: Macht es genauso, verbietet diese Partys", sagte die Ministerin. Wer einem offensichtlich Betrunkenen Alkohol verkauft oder gibt, verstoße gegen das Gesetz.

Vor dem Berliner Landgericht muss sich derzeit ein 28-jähriger Wirt verantworten. Ihm wird vorgeworfen, vor zwei Jahren dem 16-jährigen Lukas W. mehr als 45 Gläser Tequila serviert zu haben. Der Gymnasiast war mit 4,4 Promille im Blut ins Koma gefallen und fünf Wochen später im Krankenhaus gestorben. Der Wirt habe sich "schwer strafbar gemacht", sagte von der Leyen.

Ihre eigenen Kinder habe sie bereits früh über die Gefahren des Alkohols aufgeklärt, sagte von der Leyen. "Schon im Grundschulalter haben wir mit unseren Kindern über Alkohol und seine Folgen gesprochen. Wir versuchen, sie stark zu machen, sagen ihnen immer wieder: Du bist auch cool und lustig, wenn du nicht angeschickert bist."

Die CDU-Politikerin unterstrich die Vorbildfunktion der Eltern: "Am stärksten wirkt das eigene Vorbild. Mein Mann und ich rühren zu Hause oder wenn wir mit den Kindern unterwegs sind, keinen Alkohol an."

jjc/AP/ddp

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