Alkoholmissbrauch Von der Leyen fordert Verbot von "Flatrate-Partys"

Der Alkoholmissbrauch von Jugendlichen nimmt zu, und Bundesfamilienministerin von der Leyen will dem einen Riegel vorschieben: Die CDU-Politikerin fordert ein gesetzliches Verbot sogenannter "Flatrate-Partys". Sie selbst setzt zu Hause zusätzlich auf Erziehen durch Vorbildsein.


Berlin - Im Kampf gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen spricht Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Klartext: Sogenannte Flatrate-Partys sollen streng verboten werden. Hier seien die Kommunen gefragt, sagte von der Leyen der "Bild am Sonntag". "Das Gesetz gibt ihnen die Möglichkeit, Flatrate-Partys zu verbieten, bei denen es zu einem Festpreis unbegrenzt alkoholische Getränke gibt", sagte die CDU-Politikerin.

Familienministerin von der Leyen: "Du bist auch cool, wenn du nicht angeschickert bist"
DDP

Familienministerin von der Leyen: "Du bist auch cool, wenn du nicht angeschickert bist"

Einige Gemeinden hätten dies bereits getan, sagte von der Leyen. "Ich kann nur an die anderen Kommunen appellieren: Macht es genauso, verbietet diese Partys", sagte die Ministerin. Wer einem offensichtlich Betrunkenen Alkohol verkauft oder gibt, verstoße gegen das Gesetz.

Vor dem Berliner Landgericht muss sich derzeit ein 28-jähriger Wirt verantworten. Ihm wird vorgeworfen, vor zwei Jahren dem 16-jährigen Lukas W. mehr als 45 Gläser Tequila serviert zu haben. Der Gymnasiast war mit 4,4 Promille im Blut ins Koma gefallen und fünf Wochen später im Krankenhaus gestorben. Der Wirt habe sich "schwer strafbar gemacht", sagte von der Leyen.

Ihre eigenen Kinder habe sie bereits früh über die Gefahren des Alkohols aufgeklärt, sagte von der Leyen. "Schon im Grundschulalter haben wir mit unseren Kindern über Alkohol und seine Folgen gesprochen. Wir versuchen, sie stark zu machen, sagen ihnen immer wieder: Du bist auch cool und lustig, wenn du nicht angeschickert bist."

Die CDU-Politikerin unterstrich die Vorbildfunktion der Eltern: "Am stärksten wirkt das eigene Vorbild. Mein Mann und ich rühren zu Hause oder wenn wir mit den Kindern unterwegs sind, keinen Alkohol an."

jjc/AP/ddp



insgesamt 170 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
aseemic 15.02.2009
1.
Zitat von sysopFamilienministerin Ursula von der Leyen will im Kampf gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen die sogenannten "Flatrate-Partys" gesetzlich verbieten lassen. Was denken Sie - kann solch ein Gesetz Wirkung zeigen?
Ich glaube nicht... die sogenannten "Flatrate-Partys" wird es immer bei den Jugendlichen geben, so oder so...
readme74 15.02.2009
2. ...
Da spielt sich eine Ministerin in den Vordergrund, die vier Jahre lang so gut wie garnichts an politischer Arbeit vorzuweisen hatte und sich erinnert, daß bald Wahl ist. Nachdem die Kritik an der geplanten Internet-Zensur, die angeblich alle Kinderpornografie aus dem Netz verbannen soll aber in Wirklichkeit dagegen fast völlig wirkungslos ist immer stärker wird, muss man nun halt ein neues Thema hochspielen. Und jetzt sind halt die bösen dauerbesoffenen Jugendlichen dran, als Werkzeug zu dienen damit sich eine völlig farblose Politikerin weiter ins Gespräch bringen kann. Das ist Politik aus der untersten Schublade und es bestätigt wieder einmal, daß die CDU ganz einfach nicht mehr wählbar ist.
Adran, 15.02.2009
3.
Zitat von sysopFamilienministerin Ursula von der Leyen will im Kampf gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen die sogenannten "Flatrate-Partys" gesetzlich verbieten lassen. Was denken Sie - kann solch ein Gesetz Wirkung zeigen?
Diese gesellschaft/Staat kann man doch nur noch im Suff ertragen, und dann kommt hier der sinnige Vorschlag die zu entnüchtern? Gott bewahre, wenn alle Welt plötzlich klar denken kann..
chirin 15.02.2009
4. Flatrate-Partys - ist ein Verbot sinnvoll?
Zitat von sysopFamilienministerin Ursula von der Leyen will im Kampf gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen die sogenannten "Flatrate-Partys" gesetzlich verbieten lassen. Was denken Sie - kann solch ein Gesetz Wirkung zeigen?
Das war ebend daneben! Also, ein Verbot an die Gastwirte ist selbstverständlich sinnvoll , aber nicht allein. man sollte die Eltern nicht aus der Verantwortung entlassen. Dieser 16jhr., der von dem türkischen Gastwirt vollgepumpt wurde, wobei der Gastwirt überwiegend Wasser trank ist traurig und bezeichnend für unsere heutige Gesellschaft. Was hat die Mutter für eine Rolle gespielt? Unser Enkel, als der 16 Jahre alt war, war bei bekannten Freunden - auch über Nacht - aber von denen hat keiner getrunken und die haben sich mit ihren Computern beschäftigt. Heute ist unser Enkel 18 Jahre alt, raucht nicht, trinkt nicht, obwohl sein Opa raucht - wenn auch wenig - und obwohl bei Zusammenkünften auch ein Glas Wein oder ein Schnäpschen getrunken wird. So sind alle unsere Enkel und auch die Töchter. Wir haben, als die klein waren und kosten wollten, Ihnen ein ganz ,ganz kleinen "Schluck" zum kosten gegeben und dabei betont , wie eklig das Zeug doch schmeckt und es hat den Kindern auch nicht geschmeckt.Die Neugier war befriedigt. Ich habe auch hin-und wieder - über Alkoholiker - und wie arm die dran sind und das nur schwache Menschen oder "Geltungsbedürftige" sich vollaufen lassen - na , das gängige Bild - kundgetan. Das Gleiche galt mit Rauschgift. Also, diese Probleme waren nie ein Thema bei unseren Kindern oder Enkeln, die hatten wir nicht! Ich kann auch garnicht nachvollziehen, wie die heutigen jungen Menschen darauf kommen. Fehlt dieser Generation ein lobenswerte Aufgabe, kommen die sich zuwenig geliebt vor? Oder haben sie zuwenig Selbstbewußtsein? An der Schule kann es auch liegen (nicht am Lehrer - am System) ich fühlte mich in meiner Schule gut aufgehoben und wie in Familie. Von meinen Lehrern fühlte ich mich gemocht und ernst genommen und das ging zuhause - wo ich als Jüngste sowieso die 1. Geige spielte - gleich weiter.Vielleicht fehlt den Kindern das Gefühl, behütet zu sein. Das kann man auch als voll berufstätige Mutter, wenn man seine Wünsche etwas zurück stellt. Als ich gechieden war - immerhin 11 Jahre - habe ich meine Krümelmonster immer mitgenommen und hatte auch in meiner Familie eine tolle Anlaufstelle. Diese Saufarien sind eine ernstzunehmende Entwicklung bei unserer Jugend.
dehnübung 15.02.2009
5. Flatrate Party (Alkohol)
Dieser Staat ist beim Thema Drogen unglaubwürdig, solange Werbung für Alkohol erlaubt ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.