#allesdichtmachen-Initiator »Babylon Berlin«-Star Volker Bruch stellte Mitgliedsantrag bei Querdenker-Partei

Mit etwa 50 Schauspielern hat Volker Bruch bei der Aktion #allesdichtmachen Kritik an der Coronapolitik geäußert. Nun will der »Babylon Berlin«-Star in die Querdenker-Partei »Die Basis« eintreten, der Prozess läuft noch.
"Babylon Berlin"-Darsteller Volker Bruch 2018

"Babylon Berlin"-Darsteller Volker Bruch 2018

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Gerald Matzka/ dpa

Schauspieler Volker Bruch hat einen Antrag auf Mitgliedschaft in die Protestpartei »Die Basis« gestellt. Das bestätigte der Medienbeauftragte der Partei, David Claudio Siber, dem SPIEGEL. Bruchs Parteimitgliedschaft sei noch nicht vollzogen, da er noch abschließend identifiziert werden müsse.

Bruch soll gemeinsam mit Jan Josef Liefers und dem Autor und »Tatort«-Regisseur Dietrich Brüggemann einer der Initiatoren der #allesdichtmachen-Aktion gewesen sein, die in den vergangenen Wochen für viel Kritik gesorgt hatte, weil sich darin rund 50 Schauspieler und Schauspielerinnen gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen gestellt hatten. Wenngleich Bruch auf Nachfrage keine weiteren Angaben dazu machen will, welche Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe geherrscht hat: »Es ging uns immer um Inhalte.  Wer wann wen angerufen hat, um das alles möglich zu machen, spielt keine Rolle.« Liefers' Management widerspricht inzwischen der Darstellung, der Tatort-Schauspieler sei einer der Initiatoren gewesen.

Zuvor hatte das Rechercheportal Netzpolitik.org  über Bruchs Mitgliedsantrag berichtet.

Bereits am Set der Serie »Babylon Berlin«, deren vierte Staffel gerade in Berlin gedreht wird, hat Bruch offenbar für Irritationen gesorgt. Mit seiner Befreiung vom Tragen einer Maske musste das Hygienekonzept der Produktion angepasst werden.

Zudem unterstützen Bruch und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Miriam Stein, die Initiative »Stimmen unserer Mitglieder«, die lange ein Holocaust verharmlosendes Corona-Statement auf ihrer Seite hatte. »Ein Stück Stoff dient wieder dazu, die Menschen in Gut und Böse zu trennen. Vor allem in Deutschland sollten wir es besser wissen.« Mittlerweile wurde die Aussage gelöscht. »Als ich vor ein paar Monaten das Positionspapier las«, heißt es von Bruch ganz allgemein zu der Initiative, »war ich begeistert und habe sofort unterzeichnet. Jeder einzelne Punkt darauf ist unbedingt unterstützenswert und eigentlich selbstverständlich«.

Die Kleinpartei »Die Basis« ist aus der Szene der Gegnerinnen und -gegner von Corona-Schutzmaßnahmen entstanden. Sie ging im Sommer 2020 aus der schnell wieder von der Bildfläche verschwundenen Partei »Widerstand 2020« hervor. Die Partei richtet sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen und konnte bereits mehrere prominentere Corona-Leugner und Corona-Verharmloser, wie Anwalt Markus Haintz oder Arzt Wolfgang Wodarg, als Mitglieder gewinnen. Bundesweit spielt die Protestpartei bislang keine politisch relevante Rolle.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, Volker Bruch habe bei Feiern am TV-Set gegen Alkohol- und Abstandsverbote verstoßen. Das ist nicht korrekt, wir haben die Passage korrigiert. Zudem teilte das Management von Jan Josef Liefers mit, er sei kein Initiator der Aktion #allesdichtmachen gewesen, sondern er sei vom Regisseur Dietrich Brüggemann kontaktiert worden. Dies haben wir im Text ergänzt.

mjm