Altbundespräsident Horst Köhler "Ein bisschen Verständnis, wenn es knirscht"

Horst Köhler, Bundespräsident a.D., hat sich indirekt zur Causa Wulff geäußert. Er warb um Verständnis dafür, dass es in der Politik manchmal knirsche. Den Namen seines umstrittenen Amtsnachfolgers nannte er allerdings nicht.
Mahner ohne Amt: Köhler 2011 bei einem Jugendtreffen der Taize-Gemeinschaft in Berlin

Mahner ohne Amt: Köhler 2011 bei einem Jugendtreffen der Taize-Gemeinschaft in Berlin

Foto: dapd

Meckenheim - Ex-Bundespräsident Horst Köhler hat indirekt mehr Zurückhaltung in der Debatte um seinen Nachfolger Christian Wulff verlangt. "Politiker haben einen schweren Job. Wir sollten deshalb auch ein bisschen Verständnis haben, wenn es manchmal knirscht", sagte er am Sonntag auf einer CDU-Parteiveranstaltung im nordrhein-westfälischen Meckenheim.

Politiker seien notwendig. Manchmal werde dies aber "geradezu andersherum gedreht". Er wolle eine Lanze für die Politik brechen. Den Namen von Wulff nannte Köhler in seiner Rede aber nicht.

Horst Köhler hatte Ende der siebziger Jahre, nach seinem Wechsel in die Grundsatzabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums, mit seiner Familie in Meckenheim bei Bonn gewohnt. Er war im Mai 2010 nach umstrittenen Äußerungen über den Afghanistaneinsatz als Bundespräsident überraschend zurückgetreten. Bislang hat sich weder er, noch ein anderer ehemaliger Bundespräsident, zu der Kredit- und Medienaffäre um Wulff geäußert.

Christian Wulff geht unterdessen offenbar weiter davon aus, die Vertrauenskrise unbeschadet zu überstehen. Er sei zuversichtlich, "dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist", sagte der Bundespräsident laut "Bild am Sonntag" am Freitag bei einem Neujahrsempfang vor Mitarbeitern. "In einem Jahr ist das alles vergessen." Er wolle weiter Präsident bleiben und dem Amt einen zweiten Rücktritt nach Horst Köhlers Abgang zu ersparen.

cht/dapd