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15. April 2013, 08:09 Uhr

Alternative für Deutschland

Koalitionspolitiker greifen Anti-Euro-Partei an

Raus aus dem Euro - das ist die Kernforderung der neuen Partei Alternative für Deutschland. Die etablierten Parteien sehen darin puren Populismus, führende Politiker von Union und FDP kritisieren das Bündnis scharf. Das zeigt: Die neue Konkurrenz lässt sie nicht kalt.

Berlin - SPD, Unionsparteien und FDP sind sich selten einig. In diesem Punkt allerdings schon: Die neu gegründete Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland wolle mit einem falschen Thema punkten. Die etablierten Parteien üben scharfe Kritik. "Die Forderung nach einem Zurück zur D-Mark ist gefährliche Nostalgie", warnte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer, in der "Rheinischen Post". Der Satz "Deutschland braucht den Euro nicht" sei grundfalsch, sagte der CDU-Politiker. Trotz aller Schwierigkeiten könne Deutschland sein Potential nur in einem geeinten Europa voll entfalten.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte im Radiosender ffn: "Ich finde es schon beunruhigend, dass sich eine Vereinigung bildet, die den Eindruck erweckt, als könne Deutschland ohne Schaden für die Ersparnisse und das Vermögen der Deutschen mal so eben seine Währung wechseln. Es ist ein bisschen komplexer."

Die Alternative für Deutschland (AfD) hatte sich am Sonntag in Berlin als Partei gegründet. Sie will zur Bundestagswahl im Herbst antreten. In ihrem Wahlprogramm fordert sie eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebiets". Deutschland brauche den Euro nicht. Die Wiedereinführung der D-Mark dürfe kein Tabu sein. "Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen."

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der "Bild"-Zeitung, die Alternative für Deutschland sei schon deshalb keine Gefahr für die Union, weil sie keine Alternative sei. "Es ist schon in sich ein Widerspruch, wenn man sich als Alternative bezeichnet, aber keine echten Lösungsvorschläge anzubieten hat. Es reicht nicht, nur Rundumschläge gegen Europa auszuteilen, ohne zu sagen, wie man es besser machen soll."

Auch Kritik aus der SPD

Hessens CDU-Fraktionschef Christean Wagner sagte der Zeitung: "Der Ausstieg aus dem Euro, den die AfD fordert, wäre ein Sprung zurück ins vergangene Jahrtausend. Den Euro-Ausstieg zum zentralen Punkt des Parteiprogramms zu machen, zeigt: Das sind Leute von gestern!" Die Union dürfe jedoch nicht in ihrem Bemühen nachlassen, sich um jeden Einzelnen zu kümmern, der mit der AfD liebäugele.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gibt der neuen Partei keine großen Chancen. Er glaube nicht, "dass eine solche Verweigerungshaltung vielversprechend ist", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die meisten Menschen wüssten, "was sie an Europa und der Europäischen Union haben."

ler/dpa/AFP

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