Reaktion auf Petrys Wahlerfolg Henkel verlässt die AfD

Abschied auf Raten: Im April trat Hans-Olaf Henkel als Parteivize zurück, nun verlässt er die Alternative für Deutschland ganz. Damit zieht er die Konsequenzen aus der Wahl der nationalkonservativen Frauke Petry.
Der frühere Industriepräsident Henkel: Bereits im April als Parteivize zurückgetreten

Der frühere Industriepräsident Henkel: Bereits im April als Parteivize zurückgetreten

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Als Reaktion auf den Erfolg der nationalkonservativen Frauke Petry bei den Vorstandswahlen der Alternative für Deutschland (AfD)verlässt Hans-Olaf Henkel die Partei. Die Mehrheit der in Essen anwesenden Parteimitglieder habe sich "nicht nur für einen scharfen Rechtsaußenkurs, sondern auch für Pöbelei, Protest und ein Verbreiten von Vorurteilen entschieden", teilte Henkel mit. Der frühere Industriepräsident zählte zum Lager des abgewählten Vorsitzenden und Parteigründers Bernd Lucke.

Auf dem Essener Parteitag der AfD hatte der rechte Flügel um Frauke Petry den wochenlangen Richtungsstreit klar für sich entschieden. Petry erhielt bei der Wahl zur Ersten Vorsitzenden am Wochenendeknapp 60 Prozent der Stimmen. Für ihren Rivalen, den liberal-konservativen Parteigründer Lucke, votierten rund 38 Prozent.

Henkel warnt in seiner Mitteilung davor, dass nun "vernünftige, anständige und tolerante AfDler" sich abwendeten und dadurch "der Einfluss der Rechtsaußen, der Krachmacher und der Intoleranten" weiter steige. "Diese Leute führen die AfD in eine NPD-im Schafspelz", so Henkel.

Mit Ausnahme der Bundesländer im Osten Deutschlands werde die AfD nirgendwo mehr über die Fünfprozenthürde kommen und damit keinen Einfluss an den kritikwürdigen Entwicklungen in Deutschland mehr nehmen können, prophezeit Henkel. "Eine dritte Rechtsaußenpartei, neben den REPs und der NPD, brauchen wir wie ein Loch im Kopf!"

Henkel war bereits im April wegen des Richtungsstreits in der AfD als Parteivize zurückgetreten. Er zählt zum Lucke-Lager. Der 75-Jährige war von 1995 bis 2000 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

brk/dpa