Energiewende in Deutschland Altmaier schließt Atomkraft für alle Zeiten aus

Die Atomfreunde werden es nicht gerne hören: Für Umweltminister Peter Altmaier ist die Zeit der nuklearen Energiegewinnung in Deutschland unwiderruflich vorbei. Es gebe keine "Chance auf eine Renaissance der Kernkraft", sagt der CDU-Politiker.
Umweltminister Altmaier: Am Atomausstieg in Deutschland wird nicht gewackelt

Umweltminister Altmaier: Am Atomausstieg in Deutschland wird nicht gewackelt

Foto: dapd

Hamburg/Berlin - Adé Atomkraft - und zwar für immer: Für Bundesumweltminister Peter Altmaier ist die Kernenergie in Deutschland dauerhaft keine Option mehr. "Ich sehe unter keiner denkbaren politischen Konstellation die Chance auf eine Renaissance der Kernkraft in Deutschland", sagte der CDU-Politiker der "Leipziger Volkszeitung".

Damit bezog er sich auf einen Vorstoß von EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der zuletzt die Bedeutung der Atomkraft für Deutschland betont hatte. Der CDU-Politiker hatte gesagt, dass er selbst neue Kernkraftwerke in Deutschland für möglich halte. Auch in der schwarz-gelben Koalition gibt es trotz der von Kanzlerin Angela Merkel eingeleiteten Energiewende nach der Atom-Katastrophe in Fukushima immer noch Freunde der Kernenergie.

Umweltminister Altmaier zeigte sich gleichzeitig überzeugt, dass der noch von der rot-grünen Bundesregierung versprochene Termin für ein nationales Atommüll-Endlager im Jahr 2030 trotz Verzögerungen im Zusammenhang mit der Gorleben-Frage weiterhin realistisch sei. "Das Datum ist zu halten, wenn wir vor der Bundestagswahl ein Gesetz hinbekommen", sagte er. Dieses Gesetz müsse dann von Regierung und Opposition getragen werden. Altmaier erklärte: "Wir haben dafür ein sehr schmales Zeitfenster. Nach der Wahl in Niedersachsen, vor Ostern, dann müssen die Entscheidungen fallen. Dann muss der Sack zugemacht werden."

Bisher keine Einigung bei Endlager-Suche

Bisher konnten sich Altmaier sowie die Vertreter der Bundesländer nicht auf einen Fahrplan bei der Endlagersuche einigen. Dabei schieben sich der Umweltminister sowie Politiker von SPD und Grünen seit Monaten den schwarzen Peter hin und her.

Der Bundesumweltminister geht dabei weiterhin von nur einem zentralen Atommüll-Endlager in Deutschland aus. Die bisherige Endlagersuche habe darunter gelitten, dass sie in den vergangenen 30 Jahren im Streit der Parteien erfolgt sei. "Wir wollen gemeinsam und wir wollen bundesweit suchen. Es soll kein Standort privilegiert, aber auch kein Standort ausgeschlossen werden." Altmaier warnte die Atomwirtschaft vor Drohungen im Zusammenhang mit dem verfügten Erkundungsstopp für Gorleben.

flo/dpa/AFP
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