Grünenpolitikerin aus Schleswig-Holstein Aminata Touré ist als erste deutsche Ministerin auf einem »Vogue«-Cover

In Deutschland ist es ein Novum: Erstmals ist mit Aminata Touré eine amtierende Ministerin auf dem Cover der »Vogue«. Mit dem Shooting will Schleswig-Holsteins Sozialministerin Menschen abseits der Politik erreichen.
Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré auf der »Vogue«

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré auf der »Vogue«

Foto: Delali Ayivi für VOGUE Germany

Die 30-jährige Aminata Touré hat eine Blitzkarriere in der deutschen Politik  hingelegt. Ab 2019 war die Grünenpolitikerin Vizepräsidentin des Landtags in Schleswig-Holstein, seit Juni ist sie im nördlichsten Bundesland Sozialministerin – und damit Deutschlands erste afrodeutsche Ministerin.

Nun ist Aminata Touré auch die erste amtierende Ministerin auf dem Cover der deutschen »Vogue«.

Dass sie sich als Politikerin für ein Modemagazin hat ablichten lassen, begründet sie mit dem Willen, Menschen abseits der Politik erreichen zu wollen. »Ich fand das eine spannende Sache, weil das eine ganz andere Leserinnenschaft anspricht und es mein Anspruch ist, Menschen zu erreichen, die sich nicht nur mit Politik auseinandersetzen, sondern auch mit anderen Dingen – und dann auf ein politisches Thema stoßen«, sagte Touré den »Kieler Nachrichten«.

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In der »Vogue« wird sie mit den Worten zitiert: »Das Herrschaftswissen darüber, wie Politik funktioniert, ebnet oft den Weg in die Politik. In der Praxis führt das leider dazu, dass am Ende oft der gleiche Typ Mensch Politik macht. Das wiederum ist einer der wichtigsten Gründe, warum Leute sagen: Die sind da eh unter sich, das ist nichts für mich, Politik will ich nicht machen.« Sie finde es wichtig, »als Politik Transparenz herzustellen«. »Du musst nicht jede Entscheidung gut finden, aber ich glaube, wenn du verstehst, wie Entscheidungen entstehen und was die Motivation dahinter ist, dann hast du ein größeres Zutrauen zu diesem demokratischen System.«

»Lenkt das nicht von ihrem Ministerinnenamt ab, wenn Sie tanzen?«

Das »Vogue«-Porträt über Touré thematisiert auch die Reaktionen auf die vermeintliche Nahbarkeit der Ministerin in den sozialen Medien: »Vor der Vereidigung als Ministerin postete Touré am Morgen eine Instagram-Story davon, wie sie sich für diesen großen Tag zurechtmacht: ›Und dann wurde ich plötzlich in Interviews gefragt: Lenkt das nicht von ihrem Ministerinnenamt ab, wenn Sie tanzen? Abgesehen davon, dass ich noch gar nicht Ministerin war, ist meine Antwort: Nein. Wie bitte soll mich das abhalten von meinem Job, dass ich morgens mal kurz meine Hüften schwinge?‹«

In den »Kieler Nachrichten« betonte die Ministerin, dass man beim Interview bei der »Vogue« die Kleidung gestellt bekomme – »und die darf man übrigens nicht behalten«. Als Mode möge sie »farbenfrohe Sachen. Bei Marken kenne ich mich null aus, danach gucke ich nicht so stark«.

Touré wurde 1992 in Neumünster als Tochter von Flüchtlingen aus Mali geboren. Mit ihren drei Schwestern und den Eltern lebte sie lange in der Angst, abgeschoben zu werden. Erst als sie zwölf war, endeten die Kettenduldungen und sie erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft.

mrc
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