SPIEGEL-Umfrage Mehrheit der Deutschen ist enttäuscht von der Ampel

Die Deutschen werden immer unzufriedener mit der aktuellen Regierung. Das zeigt eine SPIEGEL-Umfrage. In einem Teil des Landes ist der Unmut besonders groß.
Ampelpolitiker Lindner, Scholz, Habeck (im August in Meseberg): Schlechtes Zeugnis von den Deutschen

Ampelpolitiker Lindner, Scholz, Habeck (im August in Meseberg): Schlechtes Zeugnis von den Deutschen

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Seit knapp einem Jahr ist die sogenannte »Fortschrittskoalition« im Amt. So progressiv wie SPD, Grüne und FDP sich selbst gern sehen, finden viele Deutsche die Bundesregierung aber nicht. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL (lesen Sie hier  ein Gespräch mit Ampelpolitikern zum Jubiläum).

61 Prozent der Menschen stellen der Ampel demnach ein schlechtes Zeugnis aus, ein großer Teil von ihnen bewertet die Arbeit der Ampel sogar mit »sehr negativ« (45 Prozent). Demgegenüber stehen lediglich 29 Prozent, die mit der Politik der Koalition zufrieden sind.

(Hintergründe zur Civey-Methodik lesen Sie hier.)

Vor allem im Osten Deutschlands sind die Menschen offenbar enttäuscht von der Arbeit der Koalition. In Sachsen-Anhalt etwa zeigen sich gerade einmal 12 Prozent mit der Ampelregierung zufrieden. Aber auch in Schleswig-Holstein, dem Bundesland, in dem die Bürgerinnen und Bürger offenbar am wenigsten zu meckern haben, liegt der Grad der Zufriedenheit nur bei 35 Prozent.

Besonders unzufrieden sind die Menschen allerdings in Sachsen: 80 Prozent bewerten die Arbeit der Regierungskoalition dort negativ.

Erwartungsgemäß halten vor allem Wählerinnen und Wähler der Union relativ wenig von der Ampel. Wenig überraschend ist auch die Wut der Linken- und AfD-Wählerinnen und Wähler.

Doch auch wer bei der Bundestagswahl für eine der Ampelparteien gestimmt hat, ist offenbar enttäuscht worden: 73 Prozent der FDP-Wählerinnen und Wähler sind unzufrieden mit der Arbeit der Koalition, nur 15 Prozent geben sich zufrieden. Dabei schleicht sich in der Hauptstadt doch immer wieder das Gefühl ein, die Liberalen setzten sich im Dreierbündnis besonders oft durch.

Ganz zufrieden sind dagegen SPD- und Grünen-Wähler.

Bei diesen Werten ist es kaum verwunderlich, dass die Deutschen mehrheitlich gerade lieber die Union wählen würden als die SPD.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden 28 Prozent der Befragten ihr Kreuz bei CDU oder CSU machen. Dahinter liegen die Grünen auf dem zweiten Platz mit 21 Prozent. Die SPD kann bei der Sonntagsfrage gerade einmal 19 Prozent erreichen. Die FDP kommt auf sieben Prozent.

In den letzten Monaten hatten die Grünen in den Civey-Umfragen bereits die SPD überholt. Ab Mai war die Kanzlerpartei deutlich abgesackt, während die Union immer weiter dazugewann. Auch die Grünen befinden sich seitdem tendenziell im Aufwind. Für die FDP geht es dagegen eher abwärts. Ein fröhliches Jubiläum kann die Bundesregierung also nicht gerade feiern.

mfh
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