Frühere SPD-Chefin Andrea Nahles legt ihr Bundestagsmandat nieder

Nach dem Rücktritt als Partei- und Fraktionschefin der SPD wird Andrea Nahles wie angekündigt auch den Bundestag verlassen. Sie will sich beruflich neu orientieren.

Unmittelbar nach dem Rücktritt von der SPD-Spitze: Andrea Nahles in einem bitteren Moment
Bernd von Jutrczenka/ DPA

Unmittelbar nach dem Rücktritt von der SPD-Spitze: Andrea Nahles in einem bitteren Moment


Kurz vor der Entscheidung um ihre Nachfolge zieht Andrea Nahles den letzten Schlussstrich: Die frühere SPD-Chefin legt zum 1. November ihr Bundestagsmandat nieder. Das schrieb sie am Montag an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), wie Nahles der Nachrichtenagentur dpa mitteilen ließ.

Nahles war mit einer Unterbrechung seit 1998 im Bundestag. Seit der Bundestagswahl 2017 führte sie fast zwei Jahre lang die SPD-Fraktion. Außerdem war sie von 2013 bis 2017 Arbeitsministerin und von April 2018 bis Juni 2019 Parteivorsitzende.

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Nach dem Desaster der SPD bei der Europawahl war Nahles stark unter Druck geraten und hatte schließlich alle Spitzenämter niedergelegt. Kurz darauf startete die Partei eine langwierige Suche nach geeigneten Nachfolgern - denn künftig soll eine Doppelspitze die SPD führen.

Die Fraktionsführung hat inzwischen Nahles' ehemaliger Stellvertreter Rolf Mützenich übernommen.

Wenn die Doppelspitze gekürt wird, ist Nahles' SPD-Karriere vorbei

Am Samstag war die Tour der Kandidatenteams mit insgesamt 23 Regionalkonferenzen zu Ende gegangen. Von ursprünglich acht Duos sind inzwischen nur noch sechs übrig. Jetzt dürfen die 425.000 SPD-Mitglieder abstimmen, am 26. Oktober wird ausgezählt.

Sollte kein Duo 50 Prozent der Stimmen erreichen - was als wahrscheinlich gilt - folgt im November eine Stichwahl der beiden besten Teams. Endgültig gekürt wird die neue Doppelspitze dann auf einem Parteitag in Berlin im Dezember, wobei die Delegierten dem Votum der Basis folgen sollen.

Die SPD-Karriere von Andrea Nahles wird dann endgültig vorbei sein. Die 49-Jährige will sich nach dem Abschied aus dem Bundestag beruflich neu orientieren. Zuletzt meldete sich Nahles im August in der Öffentlichkeit zurück: Im Benediktinerkloster Maria Laach (Rheinland-Pfalz) hielt sie einen Vortrag zum Thema "Die Gleichberechtigung von Mann und Frau laut Grundgesetz und im wahren Leben". Nahles lebt in der Eifel.



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mes/dpa

insgesamt 43 Beiträge
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josho 14.10.2019
1. Neuorientierung ist das Beste für sie....
......denn mit ihrer Theorie, man könne die Partei trotz Regierungsbeteiligung erneuern, ist sie "grandios gescheitert". Man kann nicht am Vormittag in Parteizimmern neue Pläne schmieden und am Nachmittag das Gegenteil im Parlament verabschieden. So geht das nicht.
rantanplan12 14.10.2019
2. Klassisch....
…. sich selbst ins politische Abseits manövriert/intrigiert. Dieser Frau sollte die SPD KEINE Träne nachweinen!
Opa_Hoppenstädt 14.10.2019
3. berufliche Neuorientierung
Na, da bin ich gespannt wer sich da die politische Vernetzung in den Vorstand holt.... Aber sich noch über den alten Schröder, Koch wie sie alle heißen aufregen...
abudhabicfo 14.10.2019
4. Nahles wird nicht gebraucht. Bätschi, sagt ich nur dazu.
Man wird sie nicht vermissen, denn im Gegensatz zu ihrem weggemobbten Vorgänger Gabriel konnte sie keine Brücken bauen. Visionen habe ich nie gesehen. Die AfD hat bei ihr auch Beispiele von primitiven Wortmeldungen abschauen können. Der SPD fehlt ein Herbert Wehner.
Geopolitik 14.10.2019
5. Sich beruflich neu orientieren?
Man sollte meines Erachtens einem Bundestagsmandat größeren Respekt entgegenbringen. Sicher kann man in den Ruhestand gehen, sich intensiver um Familie kümmern wollen, oder aus gesundheitlichen Gründen das Mandat zurückgeben. Es auf halber Legislaturperiode zur beruflichen Veränderung zu tun, ohne dass man in ein höheres Amt berufen wurde schmeckt nach Eitelkeit.
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