SPD-Chefin für Wahlrechtsänderung Nahles will mehr Frauen im Parlament

Andrea Nahles hat den geringen Frauenanteil im Bundestag als "Unding" bezeichnet. Die SPD-Chefin unterstützt eine fraktionsübergreifende Initiative zur Änderung des Wahlrechts.

Andrea Nahles (M.)
FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX

Andrea Nahles (M.)


Die SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles setzt auf eine fraktionsübergreifende Initiative zur Änderung des Wahlrechts, um den Frauenanteil im Bundestag zu erhöhen. "Unser Ziel ist die Parität. Denn die Hälfte der Welt gehört den Frauen - und damit auch die Hälfte der Parlamentssitze", sagte Nahles der "Rheinischen Post".

1919 habe die erste Frau in der Weimarer Nationalversammlung eine Rede gehalten, 100 Jahre später liege der Frauenanteil im Deutschen Bundestag bei knapp 31 Prozent. "Das ist ein Unding", sagte Nahles. Deshalb werde nun überparteilich über gesetzliche Maßnahmen diskutiert, um die Teilhabe von Frauen in den Parlamenten zu erhöhen.

Parlamentarierinnen von Union, SPD, FDP, Grünen und Linken hatten sich vergangene Woche zu einer informellen Runde getroffen, um über mögliche Gesetzesänderungen für die gleiche Anzahl von Frauen und Männern im Parlament zu sprechen. Vereinbart wurden weitere Treffen. Derzeit liegt der Frauenanteil im Bundestag bei rund 31 Prozent und damit niedriger als in der vorangegangenen Legislaturperiode.



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An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.

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cte/AFP



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Suppenelse 18.02.2019
1. Quote vs Logik
Abgesehen von parlamentarischen und demokratischen Grundsätzen, die sich mit einer Quote vermutlich schlecht vertragen: Der Frauenanteil im Bundestag entspricht ziemlich genau dem durchschnittlichen Frauenanteil in den entsprechenden Parteien. Wesentlich mehr Männer engagieren sich in der Politik. Aber dass hier das Problem liegen könnte, wird offenbar gar nicht erst in Erwägung gezogen...
transatco 18.02.2019
2. Fast noch lieber wären mir...
mehr Parlamentarier die das Volk vertreten statt Lobbygruppen!! Das Geschlecht spielt dabei eine Rolle unter "ferner liefen"!
Kapustka 18.02.2019
3. Freies, allgemeines Wahlrecht
Das ist ein Grundrecht. Parteien können frei entscheiden, wen sie aufstellen. Die Bürger können frei entscheiden, welche Partei sie wählen. So kann Frau Nahles mit einer paritätisch besetzten Liste antreten, wenn die SPD das will. Aber der Staat darf den Parteien nicht vorschreiben, dass sie diese oder jene Gruppe bevorzugen. Das wäre Verfassungsbruch.
argumentumabsurdum 18.02.2019
4. Wie wär's...
... wenn die Parteien einfach mehr Frauen über die Listen in die Parlamente bringen würden? Und insgesamt mehr weiblich Kandidaten auf die Wahlzettel setzen würden? Ist ganz einfach und nichts muss geändert werden. Also liebe SPD: Was hindert Euch? Aber wenn's nicht gesetzlich verankert werden muss, dann befindest Du Dich auch nicht in Deutschland.
ostseekuestenbewohner 18.02.2019
5. Abschaffung der Demokratie?
Die Sitze im Parlament gehören denen, die demokratisch gewählt werden. Wenn Wählerinnen in Deutschland (die ca. 50% des Wahlvolks in Deutschland stellen) zu wenig Frauen wählen, dann ist das ihre Entscheidung. Wenn man sich einige weibliche Spitzenpolitiker so anguckt, ist das nachvollziehbar. Wobei die männlichen Spitzenpolitiker auch nicht gerade das Gelbe vom Ei sind.
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